Belgische Behörden haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf iranische Exiloppositionelle in Frankreich verhindert. Ein 38 Jahre alter Mann und eine 33-jährige Frau – beide mit iranischen Wurzeln – seien am Samstag in Belgien unter dem Verdacht der Vorbereitung eines Terroranschlags festgenommen worden, teilten die Brüsseler Staatsanwaltschaft und der Geheimdienst in einer gemeinsamen Erklärung mit. Ein Ermittlungsrichter habe gegen die Verdächtigen Haftbefehl erlassen.

In dem Auto des Paares seien in einem Kulturbeutel ein Sprengsatz und eine Zündvorrichtung sichergestellt worden. Die Bombe sei inzwischen kontrolliert gesprengt worden. Für Belgien bestehe keine Gefahr, stellten die Behörden klar.

Ziel der Attentatspläne war den Angaben zufolge eine Versammlung des oppositionellen Nationalen Widerstandsrats des Iran (NCRI) am vergangenen Samstag in Villepinte bei Paris. Dort versammeln sich jedes Jahr Exil-Iraner zu einer Großkundgebung gegen das iranische Regime. An der Veranstaltung am Samstag nahmen 25.000 Menschen teil, darunter auch der Anwalt von US-Präsident Donald Trump Rudy Giuliani. Der NCRI ist eine Dachorganisation iranischer Exilgruppen, die ein Ende der Herrschaft der schiitischen Geistlichen im Iran anstreben.

Im Zusammenhang mit den Verhaftungen in Belgien seien außerdem in Deutschland ein Diplomat der iranischen Botschaft in Österreich befragt und eine weitere Person in Frankreich festgenommen worden, teilten die Behörden weiter mit. Der iranische Diplomat soll Verbindungen zu den beiden Verdächtigen haben.

Der NCRI machte in einer Mitteilung das iranische Regime für den mutmaßlichen Anschlagsplan verantwortlich. Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif äußerte hingegen Zweifel an dem geplanten Anschlag: "Wie praktisch: Gerade als wir zu einem Präsidentenbesuch (Schweiz, Österreich) nach Europa aufbrechen, wird eine angebliche iranische Operation aufgedeckt und werden zwei (Iraner) verhaftet", schrieb Sarif auf Twitter. Den Vorfall und dessen Verbindung zum Iran bezeichnete er als dubios. Die Regierung in Teheran sei dennoch bereit, bei der Aufklärung des Falls mit den relevanten Behörden zusammenzuarbeiten, schrieb der Außenminister.