Ein Jahr nach ihrem Tod ist die französische Frauenrechtlerin und Holocaustüberlebende Simone Veil in der Pariser Ruhmeshalle Panthéon beigesetzt worden. Tausende Menschen versammelten sich, um der ehemaligen Politikerin auf dem Weg ins Panthéon die Ehre zu erweisen. Veil starb am 30. Juni 2017 im Alter von 89 Jahren.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erinnerte in seiner Rede an Veils unermüdlichen Einsatz für Aussöhnung und die europäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem sie ihre Eltern und ihren Bruder verloren hatte. Veil ist die fünfte Frau, die im Panthéon beigesetzt wird.

Macron sagte, Veils Beisetzung im Panthéon sei "das, was das gesamte französische Volk wollte". Der Präsident hob besonders ihren Einsatz für Frauenrechte und die Freiheit hervor. Veil zählte zu den beliebtesten und angesehensten öffentlichen Figuren in Frankreich. An der feierlichen Zeremonie nahmen zahlreiche Persönlichkeiten und Politiker teil, unter ihnen auch die ehemaligen Staatschefs Hollande und Sarkozy.

Erste Präsidentin des Europäischen Parlaments

Simone Veil erkämpfte als Gesundheitsministerin in den 1970er-Jahren das Recht zum Schwangerschaftsabbruch. 1979 wurde sie erste Präsidentin des EU-Parlaments. Zeitlebens setzte sich Veil auch für die Erinnerung an den Holocaust ein. Ihre Mutter, ihr Vater und ihr Bruder waren in Auschwitz ermordet worden.    

Im Panthéon wird Simone Veil neben ihrem 2013 verstorbenen Ehemann Antoine ruhen. Bis Montag werden die beiden Särge dort aufgebahrt und anschließend beigesetzt. Am Freitag waren sie vom Montparnasse-Friedhof zum Pariser Holocaustdenkmal gebracht worden, wo sie 48 Stunden lang aufgebahrt wurden. Am Sonntag wurden sie ins Panthéon getragen.