In Toronto ist eine zweite Person an den Folgen von Schussverletzungen gestorben, nachdem ein Mann im Zentrum der Stadt um sich geschossen hatte. Bei dem Vorfall am Sonntagabend starben auch eine junge Frau und der Angreifer. Am Montag teilte Polizeisprecherin Meaghan Gray mit, dass es ein zweites Todesopfer gebe. Zwölf weitere Menschen wurden verletzt. Der Polizeichef der kanadischen Metropole, Mark Saunders, schloss einen terroristischen Tathintergrund nicht aus.

Der Vorfall ereignete sich im belebten Viertel Greektown mit zahlreichen Cafés und Restaurants. Videoaufnahmen eines Zeugen zeigten, wie ein Mann in schwarzer Kleidung und mit einem schwarzen Hut schnell auf dem Bürgersteig geht und drei Schüsse in mindestens ein Restaurant abfeuert. Die Polizei sucht nach weiteren Aufnahmen und rief Zeugen auf, sich zu melden.

Die Beamten orteten den 29-jährigen Täter nach eigenen Angaben ungefähr drei Häuserblocks vom Tatgeschehen entfernt und eröffneten das Feuer. Der Mann sei geflohen und auf der Danforth Avenue tot aufgefunden worden. Es war zunächst nicht klar, ob der Täter sich selbst erschoss oder durch die Polizeikugeln starb. Eine Sondereinheit solle nun feststellen, wie der Mann gestorben sei und ob es Fehlverhalten vonseiten der Polizei gegeben habe.

"Toronto hat ein Schusswaffenproblem"

Kanadas Premierminister Justin Trudeau schrieb auf Twitter, er sei in Gedanken bei den Opfern der "Tragödie, die vergangene Nacht auf der Danforth Avenue stattgefunden hat". Der Bürgermeister von Toronto, John Tory, sprach ebenfalls von einer Tragödie. Er rief die Bevölkerung der Stadt zur Ruhe auf und riet ihr, sie solle die Ermittlungsergebnisse abwarten und von Spekulationen über das Tatmotiv absehen. Die Tat zeige, dass Toronto ein Schusswaffenproblem habe, sagte er vor Journalisten. Zu viele Menschen hätten zu einfachen Zugang zu Schusswaffen.

Die Polizei von Toronto hatte erst in der vergangenen Woche einen Plan zur Verringerung der Schusswaffengewalt veröffentlicht. Unter anderem sollen rund 200 zusätzliche Polizisten eingestellt werden, die vor allem abends und nachts in besonders unsicheren Stadtteilen auf Streife gehen sollen.

Gewalt durch Schusswaffen ist im Nachbarland USA ein größeres Problem als in Kanada. Allerdings kam es in Toronto, der größten kanadischen Stadt, in diesem Jahr bereits zu mehr als 200 Schießereien, etwa zwei Dutzend davon endeten tödlich.