In Köln haben Ermittler die Ehefrau eines bereits inhaftierten Tunesiers festgenommen, der möglicherweise einen Anschlag mit hochgiftigem Rizin geplant haben soll. Wie die Bundesanwaltschaft mitteilte, steht die 42-Jährige im Verdacht, ihrem Mann bei der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat Hilfe geleistet zu haben. Auch an der Herstellung biologischer Waffen soll die Deutsche beteiligt gewesen sein.

Im Juni war der damals 29-jährige Verdächtige in einem Wohnhaus in Köln verhaftet worden. Er hatte nach Angaben der Bundesanwaltschaft 84,3 Milligramm Rizin hergestellt, zudem sei er in Besitz von Samen des Rizinus gewesen, der auch Wunderbaum genannt wird. Gegen ihn wird wegen des dringenden Tatverdachts ermittelt, biologische Waffen hergestellt zu haben. Zudem steht ein Anfangsverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat im Raum.

Das Paar soll in der Vergangenheit Kontakt zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gesucht haben. Die inhaftierte Ehefrau habe für ihren Mann mehrfach Flüge in die Türkei gebucht, eine Weiterreise nach Syrien sei jedoch wiederholt gescheitert. Über soziale Netzwerke soll allerdings ein Austausch stattgefunden haben. Nach Erkenntnissen der Strafverfolger sollen IS-Mitglieder in Syrien dem Mann vorgeschlagen haben, in Deutschland einen Anschlag zu verüben.

Als der Verdächtige im April dieses Jahres damit begonnen habe, die für die Gewinnung des hochgiftigen Rizins notwendigen Gerätschaften und Substanzen zu beschaffen, habe ihm seine Frau auch dabei geholfen. Um die Wirksamkeit des Rizins zu testen, soll das Ehepaar einen Zwerghamster gekauft haben.

Über die Festnahme der Frau hatte zuerst Spiegel Online berichtet. Demnach soll die sechsfache Mutter schon früher Kontakt zu Islamisten gesucht haben. Ihren zukünftigen Ehemann soll sie über Facebook kennengelernt und 2015 zum ersten Mal getroffen haben. In Karlsruhe wird die Verdächtige nun einem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt, der darüber entscheidet, ob sie in Untersuchungshaft kommt.