Der Erzbischof von Adelaide ist in einem Missbrauchsskandal zu zwölf Monaten Haft verurteilt worden. Das Amtsgericht im australischen Newcastle, nördlich von Sydney, verkündete das Strafmaß gegen Philip Wilson. Der 67-Jährige war bereits im Mai schuldig gesprochen worden, weil er Vorwürfe des Kindesmissbrauchs gegen einen anderen Geistlichen in den Siebzigerjahren nicht der Polizei gemeldet hatte.

"Die ganze Gemeinschaft ist durch die Jahrzehnte des Missbrauchs und ihrer Verschleierung auf so viele Arten zerstört worden", sagte er allgemein über institutionellen Kindesmissbrauch. "Wir sind alle ärmer für das, was passiert ist."

Antrag auf Bewährung nach sechs Monaten möglich

Der katholische Erzbischof wird den Informationen nach die Haftstrafe als Hausarrest verbüßen. Bei ihm wurde Alzheimer in einem frühen Stadium diagnostiziert. Nach sechs Monaten darf er einen Antrag auf Bewährung einreichen.

Ein anwesendes Missbrauchsopfer zeigte sich nach dem Richterspruch über das Strafmaß etwas enttäuscht. "Meiner Meinung nach ist er etwas zu leicht davongekommen", sagte er gegenüber Reportern. Er sei aber froh über den Schuldspruch.