Das spanische Rettungsschiff Open Arms hat mit mehr als 60 Migranten an Bord im Hafen von Barcelona angelegt. Die spanische Regierung hatte Ende vergangener Woche eine Genehmigung dazu erteilt. "Was für ein angenehmes Gefühl ist es, wieder zu Hause zu sein", schrieb der Gründer der spanischen Nichtregierungsorganisation Proactiva Open Arms, Òscar Camps, auf Twitter. Die Migranten aus 14 Ländern, darunter fünf Frauen und fünf Minderjährige, sollten zunächst medizinisch untersucht und versorgt und anschließend registriert werden.

Das Schiff hatte die Menschen rund 30 Kilometer vor der libyschen Küste von einem Schlauchboot gerettet. Italien und Malta hatten der Open Arms danach das Einlaufen in ihre Häfen verweigert. Die spanische Regierung hatte sich daraufhin zur Aufnahme der Flüchtlinge bereit erklärt und andere EU-Länder aufgefordert, gerettete Migranten mit Würde zu behandeln.

In dem Tweet schrieb Camps, seine Organisation hätte am Wochenende mehr Flüchtlinge retten können, die inzwischen ertrunken seien, wenn sie nicht aufgrund der italienischen Blockade und der Fahrt nach Spanien daran gehindert worden wären. "Wie traurig zu wissen, dass gestern weitere 63 Menschen gestorben sind. Wir haben nur 60 Menschen an Bord, hätten aber 270 mehr retten können."

Italiens neue Regierung hatte zuletzt mehreren Rettungsschiffen die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Vor der Open Arms waren die Aquarius von Ärzte ohne Grenzen und SOS Méditerranée sowie die Lifeline von der deutschen Organisation Mission Lifeline betroffen. Beide Schiffe waren tagelang auf dem Meer blockiert. Die Aquarius durfte schließlich Mitte Juni in Spanien anlegen, die Lifeline nach langem Warten in Malta. Italien will, dass die libysche Küstenwache die Migranten abfängt und zurück in das Bürgerkriegsland bringt. Retterinnen und Rettern im Mittelmeer spricht die Regierung grundsätzlich die Legitimation ab.

"Open Arms" - Spanisches Rettungsschiff erreicht Barcelona Die "Open Arms" mit 60 Geflüchteten an Bord hat in Spanien anlegen dürfen. Malta und Italien hatten das Rettungsschiff abgewiesen. © Foto: REUTERS/Albert Gea