Alle vier Aktivistinnen und Aktivisten der Polit-Punkband Pussy Riot sind nach dem Absitzen ihrer Strafe für das Stören des WM-Finales sofort wieder festgenommen worden. Polizisten hätten sie abgeführt, als sie die Gefängnisse in Moskau verließen, teilte Pussy Riot auf Facebook mit. Die Musikerinnen waren während des Finales der Fußballweltmeisterschaft in Moskau auf das Spielfeld gelaufen, um auf Menschenrechtsverletzungen in Russland aufmerksam zu machen. 

Der Grund für die erneute Festnahme war zunächst unklar. Nach eigenen Angaben werden den Bandmitgliedern unangemeldete öffentliche Auftritte vorgeworfen. Dafür drohten ihnen weitere Arreststrafen von zehn Tagen oder hohe Geldbußen. Die vier seien zunächst in Polizeistationen gebracht worden, wo sie die Nacht verbringen müssen, hieß es.

Nach der neuerlichen Festnahme am Montag veröffentlichte die Aktivistin Olga Pachtusowa auf Twitter Videoaufnahmen aus dem Inneren des Polizeitransporters. Die Polizei habe ihnen unmittelbar nach der Haftentlassung vorgeworfen, gegen Versammlungsgesetze verstoßen zu haben, sagte sie. "Sie haben uns einfach in den Transporter gesetzt und weggefahren", schrieb sie.

Nach ihrem Flitzer-Auftritt bei der Fußball-WM Mitte Juli hatte ein Gericht die vier Aktivistinnen zu 15 Tagen Arrest verurteilt. Ihnen wurde vorgeworfen, "die Regeln für das Verhalten von Zuschauern grob verletzt" zu haben. Sie waren in Polizeiuniformen auf das Feld gelaufen, das Spiel im Luschniki-Stadion wurde kurz unterbrochen, Sicherheitskräfte schleiften die Aktivistinnen vom Spielfeld. Während der Aktion war auch Russlands Staatschef Wladimir Putin im Stadion gewesen.