Knapp zwei Wochen vor der Parlamentswahl ist Pakistan von zwei Angriffen auf Wahlkämpfer erschüttert worden. Bei einem Selbstmordanschlag auf eine Wahlkampfveranstaltung in Mastung wurden mindestens 128 Menschen getötet und 150 verletzt, teilte der Gesundheitsminister der Provinz Belutschistan mit. Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannte sich zu dem Attentat, nannte aber keine Details. Eine zweite Attacke gab es in der Stadt Bannu, dabei wurden vier Menschen getötet.

Nach Angaben des hochrangigen Provinzbeamten Saeed Jamali sprengte sich der Angreifer in Mastung inmitten der Versammlung in die Luft. Ein weiterer hochrangiger Beamter bestätigte, dass es sich um einen Selbstmordanschlag handelte. Medien berichteten, der Attentäter habe acht bis zehn Kilo Sprengstoff in einer dicht gedrängten Menschenmenge gezündet. Auch ein regionaler Kandidat der neu gegründeten Awami-Partei Belutschistans (BAP) sei gestorben.

Wenige Stunden zuvor waren mindestens vier Menschen bei der Explosion einer Bombe in der Stadt Bannu im Nordwesten Pakistans getötet und 39 weitere verletzt worden. Die Bombe war nach Polizeiangaben in einem Motorrad versteckt, das Teil einer Fahrzeugkolonne des Kandidaten der Partei Mittahida Majlis-e-Amal (MMA) war. Der Kandidat habe den Angriff überlebt, zu dem sich zunächst niemand bekannte.

Erst am Dienstag war ein Anschlag in der Stadt Peschawar im Nordwesten des Landes verübt worden, dem nach neuen Angaben 22 Menschen zum Opfer fielen. Der Angriff richtete sich gegen eine Wahlkampfkundgebung der Awami-National-Partei (ANP). Die Talibangruppe Tehreek-e-Taliban Pakistan hatte sich dazu bekannt.

In Pakistan wird am 25. Juli ein neues Parlament gewählt. Der Südasien-Direktor von Amnesty International, Omar Waraich, forderte von den Behörden, während des Wahlkampfs die Sicherheit der Kandidaten zu garantieren. Das pakistanische Militär hatte bereits angekündigt, die Wahlen mit mehr als 370.000 Soldaten abzusichern.