In Thailand hat die Rettungsaktion für die zwölf in einer Höhle in Nordthailand eingeschlossenen Jungen und ihren Fußballtrainer begonnen. "Heute ist der Tag X", sagte der Provinzgouverneur Narongsak Osotthanakorn, der die Aktion auch leitet. Das Wetter und der Wasserstand seien gut, die Taucher seien bereit. "Die Jungen sind körperlich, seelisch und psychisch bereit, herauszukommen."

Die Kinder im Alter zwischen elf und 16 Jahren müssen den langen Weg durch das Höhlensystem selbst hinausschwimmen und -tauchen. Dabei soll jeder Junge von zwei Profitauchern begleitet werden. Für die Rettung seien die Jungen in mehrere Gruppen aufgeteilt worden, berichtete die Bangkok Post. Insgesamt sind am Einsatz 18 professionelle Taucher beteiligt, davon fünf aus Thailand. "Wir werden sie nach Hause bringen", posteten die thailändischen Marinetaucher auf Facebook. Die Jungen und ihr Trainer sollen nach und nach aus der Höhle geleitet werden. Das könnte nach Angaben des Krisenstabes je nach Wetterlage mehrere Tage dauern.

Die Gruppe ist seit dem 23. Juni in der überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai eingeschlossen. Sie war bei einer Erkundungstour von plötzlichem Starkregen überrascht worden. Neun Tage nach ihrem Verschwinden waren sie gefunden worden. Seitdem sitzen sie an einer trockenen Stelle etwa vier Kilometer im Höhleninneren fest.

Sauerstoffmangel und schlechte Wetteraussichten erhöhten den Druck auf die Retter. In den nächsten Tagen soll es wieder heftige Regenfälle geben. Am Aufenthaltsort der Gruppe ist der Sauerstoffgehalt in der Luft von 21 Prozent auf 15 Prozent abgesunken.

Teile der Höhle sind immer noch unter Wasser. Das bedeutet, dass die Jungen für einige Teile Ausrüstung der Taucher benötigen, um voranzukommen. Narongsak sagte, in den vergangenen Tagen sei der Wasserpegel in der Höhle dank der Entwässerungsmaßnahmen aber ausreichend gesunken. So könnten nun viele Teile zu Fuß passiert werden. Australische Sanitäter hätten die Höhle am Sonntag betreten, um den Gesundheitszustand der Jungen zu bewerten. Sie hätten bestätigt, dass sie bereit seien.

Selbst Profis brauchen für den Weg Stunden

Die Rettungsaktion ist trotzdem äußerst gefährlich: Vor wenigen Tagen starb ein Taucher einer thailändischen Eliteeinheit auf dem Rückweg. Ihm war unterwegs der Sauerstoff ausgegangen. Selbst die professionellen Taucher benötigten zuletzt fünf bis sechs Stunden, um von der Gruppe zum Ausgang zu gelangen. Darüber hinaus sind einige der Jungen keine guten Schwimmer.

Zwischenzeitlich waren auch andere Alternativen diskutiert worden: Die Einsatzkräfte versuchten, Schächte durch das kilometerdicke Gestein zu den Jungen zu bohren und das Wasser aus dem Höhlensystem zu pumpen – jeweils vergeblich. Eine dritte Option hätte darin bestanden, die vier Monate bis zum Ende des Monsuns in der Höhle abzuwarten.

Am Sonntag waren Taucher und Sanitäter an der Höhle angekommen. Darüber hinaus wurde in der Nähe des Höhleneingangs ein Mediencamp mit mehr als 1.000 thailändischen und ausländischen Journalisten geräumt. Neu ankommenden Reportern wurde der Zugang verwehrt. Sie wurden mit der Ansage, später werde eine Pressekonferenz folgen, zu einem Regierungsgebäude weitergeleitet.