Bei dem schweren Waldbrand am Autobahndreieck Potsdam hat die Feuerwehr die ganze Nacht über gegen die Flammen angekämpft. Dabei sollte auch ein spezieller Hubschrauber der Bundeswehr zum Einsatz kommen, der für Nachtflüge ausgerüstet war, wie das Innenministerium mitteilte. Zudem war am Abend ein Hubschrauber der Bundespolizei im Einsatz.

Der Waldbrand sei zwar unter Kontrolle, doch die Situation bleibe kritisch, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel im RBB-Inforadio. "Man hat es zwar im Griff", sagte Engel, "aber man muss aufpassen, wie sich das heute entwickelt. Der Wind wird in den Morgenstunden wieder zunehmen und dann muss man sehen, wie man die Löschangriffe koordiniert."

Schwierig sei vor allem, dass die Einsatzkräfte nicht in das betroffene Gebiet hineinkönnten, weil dort alte Kampfmittel im Boden lägen. "Es gab auch erste Informationen, dass es hier und da zu Detonationen gekommen ist", sagte der Waldbrandschutzbeauftragte. Deswegen sei Vorsicht geboten. Die Sicherheit der Helfer gehe vor. In dem Bereich wurde außerdem Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Am Freitagmorgen habe deshalb ein Sperrkreis von einem Kilometer eingerichtet werden müssen, sagte ein Sprecher des Brandenburger Innenministeriums.

Die zunächst angedachte Evakuierung der Ortschaft Fichtenwalde wurde abgesagt. "Die Gefahr ist erst mal gebannt", sagte der Vizelandrat von Potsdam-Mittelmark, Christian Stein. Die etwa 200 Einsatzkräfte hätten das Feuer unter Kontrolle, es gebe keine Gefahr mehr, dass es die Häuser erreiche. Ständig wechselnde Winde hatten die Löscharbeiten erschwert. Von einer Evakuierung wären laut Ortsvorsteher Tilo Köhn etwa 200 bis 300 Bewohner betroffen gewesen.

Der Waldbrand hatte umfangreiche Autobahnsperrungen notwendig gemacht, sowohl an der Autobahn 9 von Berlin nach Leipzig als auch zeitweise am Berliner Ring, wie die Polizei mitteilte. Am späten Abend meldete die Polizei, die Fahrbahn in Richtung Berlin sei wieder freigegeben worden. "Die Gegenrichtung bleibt aber nach wie vor gesperrt." Eine Sperrung gebe es auch noch auf der A10. Die Staus zogen sich bis zur Autobahn 2, die Magdeburg mit Berlin verbindet.

Dichte Rauchschwaden in Potsdam

Nach Angaben des Vizelandrats versorgten am Abend Helfer des THW Autoinsassen, die teils stundenlang im Stau steckten. Auch die Potsdamer Innenstadt war am Abend weitgehend dicht. Die Sperrungen wurden notwendig, weil dichte Rauchschwaden eine Gefahr darstellten. Zudem sollte der Weg für die Einsatzkräfte freigehalten werden.

Das Innenministerium in Potsdam hatte einen Krisenstab eingerichtet, wie Sprecher Ingo Decker mitteilte. Das Besondere an dem Feuer sei, dass eine Ortschaft und eine große Autobahn angrenzten. Es sei deshalb nicht mit Bränden in jüngster Zeit auf ehemaligen Truppenübungsplätzen vergleichbar, die meist abgelegen sind.

Nach Angaben des Waldbrandschutzbeauftragten Raimund Engel war das Feuer aus unbekannter Ursache an der Autobahn 9 entstanden. Anschließend habe es sich westlich vom Beelitzer Ortszentrum sehr schnell ausgebreitet. Zunächst war von rund 90 Hektar betroffenem Wald die Rede.

Bereits seit Tagen herrscht in weiten Teilen Brandenburgs höchste Waldbrandgefahr. Auch am Freitag sei flächendeckend mit einer sehr hohen Gefahr zu rechnen, sagte Engel.  Fichtenwalde, ein Ortsteil der Stadt Beelitz, zählt rund 2.800 Einwohner.