Der in Berlin wegen Terrorverdachts festgenommene Magomed-Ali C. kommt in Untersuchungshaft. Das ordnete der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe an, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.

Der 31 Jahre alte russische Staatsbürger soll einen Sprengstoffanschlag geplant haben. Nach Angaben der Ermittler soll er dieselbe Moschee in Berlin besucht haben, in der auch Anis Amri verkehrte – der Attentäter vom Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche.

An der Festnahme des Terrorverdächtigen am Mittwoch waren Beamte des Bundeskriminalamts, der GSG 9 und des Landeskriminalamts beteiligt. C. wird von den Ermittlern als radikaler Islamist eingestuft. Er soll nicht nur zu Amri Kontakt gehabt haben, sondern auch zu einem mutmaßlichen Attentäter in Frankreich. Zusammen mit dem in Marseille inhaftierten Clement B. soll er in Deutschland Sprengstoff hergestellt und diesen im Oktober 2016 in seiner Wohnung gelagert haben. Konkrete Anschlagsziele sind nicht bekannt. Doch gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden zum Ziel hatten, "eine möglichst große Anzahl an Menschen zu töten und zu verletzen".

Magomed-Ali C. war auf Liste der Gefährder

Die Festnahme des Verdächtigen beruht wesentlich auf Ermittlungen der französischen Behörden gegen Clement B., der im April 2017 verhaftet worden war. Er stand im Verdacht, kurz vor der französischen Präsidentenwahl einen Anschlag geplant zu haben. Die Telefonnummer von B. war laut Bundesanwaltschaft unter einem Pseudonym im Handy von Amri gespeichert. Die Bundesanwaltschaft hat aber keine Anhaltspunkte, dass Magomed-Ali C. oder Clement B. an den Plänen in Frankreich beteiligt waren.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur steht die jetzige Festnahme in Berlin nicht im Zusammenhang mit einer akuten Anschlagsgefahr. Aus Sicherheitskreisen hieß es demnach, der Verdächtige sei kein Unbekannter und schon länger im Visier der Behörden gewesen. "Er war auf der Liste der Gefährder."