Vom Waldbrand südwestlich von Berlin geht inzwischen keine akute Gefahr mehr aus. "Der Brand weitet sich nicht mehr aus, die Lage ist unter Kontrolle", sagte Andrea Metzler vom Landkreis Potsdam-Mittelmark ZEIT ONLINE. Die Einsatzkräfte hätten es geschafft, die drei Orte Tiefenbrunnen, Klausdorf und Frohnsdorf in Potsdam-Mittelmark vom Feuer abzuschneiden. Die rund 500 Anwohnerinnen und Anwohner waren am Donnerstagabend evakuiert worden. Noch sollen sie allerdings nicht in ihre Häuser zurückkehren. Die Rauchentwicklung ist noch nicht zurückgegangen, die Bevölkerung ist weiterhin aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Inzwischen sind mehr als 600 Einsatzkräfte im Einsatz, auch Feuerwehrleute aus Sachsen-Anhalt unterstützen die Brandenburger. Weil in dem Wald auch noch Munition aus dem Zweiten Weltkrieg liegt, nutzen sie neben zwei Löschhubschraubern auch einen privaten Löschpanzer aus DDR-Zeiten. Der ist so robust, dass er in das Waldgebiet fahren kann.

Der Waldbrand hatte sich in der Nacht zu Freitag weiter ausgebreitet. Zeitweise brannte es auf 400 Hektar, teilweise nur 100 Meter von drei Dörfern entfernt. Das betroffene Gebiet liegt ungefähr 50 Kilometer von Berlin entfernt.

Brandgeruch auch in Berlin wahrnehmbar

Von dem Brand betroffen sind Gegenden der Landkreise Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming. Die größte brennende Stelle ist nach Angaben der Einsatzkräfte einen Kilometer breit und drei Kilometer lang.

Der Rauch zog am frühen Morgen auch nach Potsdam und in die Hauptstadt, wie die Feuerwehr in beiden Städten mitteilte. Betroffen waren alle südlichen Stadtteile bis nach Mitte. Im Laufe des Vormittags lichtete sich der Rauch, allerdings kann der Wind laut Feuerwehr noch einmal drehen.

Die Munitionsreste würden die Löscharbeiten erschweren, zitiert der RBB den Waldbrandbeauftragten des Landes Brandenburg, Raimund Engel. Ihm zufolge gab es bereits Explosionen. Engel sprach von einer dramatischen Lage. "Wir kommen stellenweise nicht ran, nur von befahrbaren und geräumten Wegen", sagte ein Sprecher der Einsatzleitstelle. Die Kräfte sind daher auf Luftunterstützung angewiesen. "Ich hoffe, dass das Wetter mitspielt und der Wind nicht wieder auffrischt", sagte Vizelandrat Christian Stein (CDU).

Bahnverkehr durch Brand eingeschränkt

"Wir haben schon einige große Waldbrände in der Region gehabt. In dieser Dimension, wo es sich zwischen den Ortschaften bewegt, haben wir das noch nicht gehabt", sagte der Bürgermeister von Treuenbrietzen, Michael Knappe.

Der Brand wirkte sich auch auf den Bahnverkehr aus. Betroffen sei laut der Ostdeutschen Eisenbahngesellschaft (Odeg) die Strecke zwischen Wannsee und Jüterbog. Die Regionalbahnen des privaten Eisenbahnunternehmens enden in Treuenbrietzen – ein planmäßiger Schienenersatzverkehr kann durch die erheblichen Straßensperrungen nicht bereitgestellt werden. Der Flugverkehr ist hingegen nicht beeinträchtigt. "Die Flieger starten alle", sagte eine Berliner Flughafensprecherin.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kündigte an, die Region im Laufe des Freitags besuchen zu wollen. Laut Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels sagte Woidke hierfür einen Termin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der Uckermark ab.