Im Fall des in Chemnitz getöteten Mannes hat die Staatsanwaltschaft ausgeschlossen, dass die Verdächtigen aus Selbstschutz gehandelt haben. "Nach dem bisherigen Erkenntnisstand bestand keine Notwehrlage für die beiden Täter", teilte eine Sprecherin schriftlich mit. Details zum Tathergang, bei dem zwei weitere Deutsche zum Teil schwer verletzt wurden, gab die Staatsanwaltschaft nicht bekannt.

Der 35-Jährige war in der Nacht zu Sonntag durch Messerstiche so schwer verletzt worden, dass er kurze Zeit später im Krankenhaus starb. Gegen zwei Tatverdächtige aus Syrien und dem Irak wurde Haftbefehl erlassen. Ihnen wird gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen. Die beiden Verdächtigen sind bereits am Sonntag vorläufig festgenommen worden, nachdem sie zunächst vom Tatort geflüchtet waren.

Polizeipräsident Jürgen Georgie sagte am Nachmittag auf einer Pressekonferenz, die Gerüchte, wonach dem Messerangriff ein sexueller Übergriff auf eine Frau vorausgegangen war, hätten sich nicht bestätigt. Es habe einen Streit zwischen zwei Männergruppen gegeben, in dessen Verlauf schließlich Messer eingesetzt worden seien, sagte Georgie.

Die Tat löste die fremdenfeindlichen Ausschreitungen der vergangenen beiden Tage aus. Regierungschef Michael Kretschmer warnte vor einer "Generalverdächtigung aller ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger". Gleichzeitig sagte er zu, die "schreckliche Tat" vom Wochenende werde ebenso aufgeklärt wie die darauffolgenden Gewalt- und Straftaten.