Der Demonstrant, der während einer Pegida-Demo in Dresden ein ZDF-Journalistenteam verbal angegriffen und angezeigt hat, ist ein Tarifbeschäftigter des sächsischen Landeskriminalamts (LKA). Darüber habe das LKA heute das sächsische Innenministerium informiert, teilte das Ministerium mit.

In Filmaufnahmen der Frontal21-Journalisten ist zu sehen, wie ein Mann mit Sonnenbrille und Deutschland-Mütze durch das Bild läuft, stehen bleibt und das ZDF-Team anspricht: "Hören Sie auf, mich zu filmen" und "Sie begehen eine Straftat". Der Kameramann antwortet: "Gehen Sie doch weiter". Der Mann bleibt jedoch stehen und wird lauter. Die herbeigerufenen Polizisten halten die Journalisten anschließend nach eigenen Angaben eine Dreiviertelstunde fest, allerdings, ohne Gründe zu nennen.

Der Mitarbeiter sei nach Informationen des LKA bei diesem Aufeinandertreffen nicht im Dienst gewesen, sondern habe als Privatperson an der vorangegangenen Versammlung teilgenommen, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Derzeit befinde er sich im Urlaub.

Über mögliche Konsequenzen werde das LKA entscheiden, wenn der Vorgang geklärt und der Betroffene zu den Vorkommnissen angehört worden sei.

"Selbstverständlich gilt für jeden Bürger in unserem Land das Recht auf freie Meinungsäußerung. Allerdings erwarte ich von allen Bediensteten meines Ressorts jederzeit, auch wenn sie sich privat in der Öffentlichkeit aufhalten und äußern, ein korrektes Auftreten", sagte Innenminister Roland Wöller (CDU).

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hatte das Vorgehen der Polizei als "klare Einschränkung der freien Berichterstattung" bezeichnet. Wöller und Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar wiesen Vorwürfe der Behinderung von Reportern und einer Kooperation der Polizei mit Pegida-Demonstranten zurück. Bei der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden soll inzwischen eine Anzeige gegen die Polizei vorliegen. Am Freitag gibt es ein Gespräch zwischen ZDF-Reportern und der Polizei.