Der ehemalige Radprofi Jan Ullrich ist nach seiner vorläufigen Festnahme wegen eines mutmaßlichen Angriffs auf eine Escort-Dame wieder freigelassen worden. Das bestätigte die Polizei in Frankfurt am Main. Ullrich habe am Freitagabend das Polizeipräsidium verlassen. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten zuvor mitgeteilt, dass keine Voraussetzungen für eine Inhaftierung vorlägen.

Ullrich wird verdächtigt, in einem Luxushotel eine Escortdame verletzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den früheren Tour-de-France-Sieger wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung, beantragte aber keinen Haftbefehl. Ullrich habe die Aussage verweigert, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.

Ullrich soll sich mit der Frau gestritten und sie angegriffen haben – sie musste laut Polizei medizinisch versorgt werden. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll Ullrich die Frau so gewürgt haben, dass ihr schwarz vor Augen wurde. Laut Polizei wandte sich die Frau an das Hotelpersonal, das die Polizei alarmiert habe. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft leistete Ullrich Widerstand, als die Beamten eintrafen und ihn vorläufig festnehmen wollten. Mutmaßlich habe er unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden.

Ullrichs Anwaltskanzlei äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.

Der frühere Tour-de-France- und Olympiasieger war in der vergangenen Woche in die Schlagzeilen geraten, als er auf Mallorca vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen wurde. Nach dem Vorfall kündigte der Ex-Radprofi an, eine Therapie machen zu wollen. Ihn habe die Trennung von seiner Frau Sara und seinen Kindern sehr mitgenommen. Ullrichs Frau lebt mit den drei gemeinsamen Söhnen inzwischen wieder in Deutschland. Ullrichs Anwalt Hoppe sagte, dass er für den Ex-Radprofi bereits vor einiger Zeit einen Platz in einer Klinik in Deutschland reserviert habe.