Im vergangenen Jahr sind weltweit 179 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hilfsorganisation während ihres Einsatzes getötet und 141 entführt worden. Das teilte die UN-Flüchtlingshilfe (UNHCR) mit. Dies bedeute eine Zunahme von Gewalt gegen Helferinnen und Helfer in Krisengebieten, kritisierten Hilfsorganisationen anlässlich des Welttags der humanitären Hilfe an diesem Sonntag.

Das UNHCR forderte, auch in Konflikten die Regeln des internationalen Rechts zu respektieren, um eine Notversorgung zuzulassen. "Der Zugang zu Zivilisten muss stets gewährt werden, egal welcher Herkunft, Hautfarbe, Religion, Ethnie die Betroffenen angehören. Direkte Attacken auf humanitäre Helfer sind aufs Schärfste zu verurteilen", sagte UNHCR-Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer.

Ende 2017 waren laut UN 68,5 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht, 134 Millionen Menschen brauchten Nothilfe. "Humanitäre Helfer sind nicht nur Ärzte und Krankenschwestern, dazu zählen auch Lehrer, Fahrer, Ingenieure, Logistiker und viele andere Spezialisten aus unterschiedlichsten Bereichen", hieß es.

"Unsere Arbeit ist extrem gefährlich"

Die SOS-Kinderdörfer wiesen darauf hin, dass die Zahl der Toten unter den Helferinnen und Helfern die höchste seit 2013 sei. "Es gibt viele Helfer, die unter schwersten Bedingungen Großartiges leisten, aber deren Arbeit wird immer gefährlicher", sagte Sprecher Boris Breyer. Das hinge zum einem mit dem Charakter vieler Konflikte zusammen, in denen die gegnerischen Parteien immer weniger Rücksicht auf die Bevölkerung nähmen und Terror gegen Helfer als politisches Mittel einsetzten. Zum anderen führten die lange Dauer vieler Konflikte und die anhaltende extreme Armut in vielen Ländern dazu, dass sich Rechtlosigkeit und Kriminalität ausbreiteten.

Zahlreiche Angriffe auf Zivilisten und zivile Einrichtungen belegen laut der Organisation eine wachsende Missachtung des humanitären Völkerrechts. "Wenn Neutralität nicht mehr respektiert wird und die Zivilbevölkerung sogar bewusst zur Zielscheibe wird, macht das unser Arbeiten extrem gefährlich", sagte Breyer.

Belgrad - Die Flucht als Spiel Sie überqueren Flüsse, verstecken sich in Güterzügen und nennen es ihr Spiel. Zwei Flüchtlinge haben ihren Weg mit der Kamera im Jahr 2017 festgehalten. Das Video zeigt Ausschnitte © Foto: Romina Vinci