Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat bei einem Besuch in der Gedenkstätte des ehemaligen NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau in Polen zum Einsatz für Mitmenschlichkeit aufgerufen. Die Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten sollten auch für die nachfolgenden Generationen wachgehalten werden, sagte Maas. An der sogenannten Todeswand des NS-Stammlagers legte er einen Kranz nieder.

An der Wand waren in Auschwitz im Zweiten Weltkrieg Tausende Menschen erschossen worden. Er habe in den Gaskammern des Lagers "Tausende Kinderschuhe" und "Tonnen von menschlichem Haar" gesehen, das den Menschen vor der Vergasung abgenommen wurde, sagte Maas. Das sei "in Worten schwer zu fassen". Auschwitz sei "der schrecklichste Ort der Welt".

"Hier muss man sich entscheiden: Entweder verliert man den Glauben an die Menschlichkeit oder man gewinnt die Hoffnung und die Kraft, dafür einzutreten, dass die Menschenwürde gewahrt wird und tut etwas dafür", sagte der Außenminister. Auschwitz erinnere die Deutschen daran, "was wir anderen millionenfach angetan haben". "Wir brauchen diesen Ort, weil unsere Verantwortung endet nie."

Vor seiner Abreise hatte Maas gefordert, die Taten niemals zu vergessen. "Für mich ist Auschwitz die immerwährende Mahnung, für die unantastbare Würde des Menschen weltweit einzustehen – persönlich wie politisch", sagte Maas. Zugleich hob er die Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen hervor. "Polen ist für uns heute nicht nur Nachbar, sondern geschätzter Freund und wichtiger Partner in Europa."

Im Anschluss an den Besuch in Auschwitz-Birkenau war ein Treffen mit dem polnischen Außenminister Jacek Czaputowicz in der nahe gelegenen Ortschaft Harmęże geplant. In Warschau war Maas bereits kurz nach seinem Amtsantritt im März zu Gast gewesen.