Bis Anfang August sind 442.000 Afghanen aus dem Iran zurück nach Afghanistan gegangen. Das berichtet die Internationale Organisation für Migration (IOM). Die Zahl habe deutlich zugenommen: Im gesamten Vorjahr waren es rund 466.000 Rückkehrer.

Die Zahlen beziehen sich nur auf jene Afghanen, die nicht beim UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR offiziell als Flüchtlinge im Iran registriert sind – also Menschen, die ohne gültige Aufenthaltserlaubnis im Iran gelebt und gearbeitet hatten. Laut iranischer Regierung befinden sich rund 1,5 bis zwei Millionen illegal eingereiste Afghanen im Land, etwa eine Million sei als Flüchtlinge registriert.

Das IOM führte den Anstieg der Heimkehrerzahlen vor allem auf die Wirtschaftskrise im Iran zurück. Der iranische Rial hat seit Jahresbeginn fast zwei Drittel seines Wertes gegenüber dem Dollar verloren und etwa ein Fünftel gegenüber dem Afghani. Afghanen seien in Iran hauptsächlich in der Schattenwirtschaft beschäftigt, und die Nachfrage für diese Art von Beschäftigung sei drastisch gesunken. Afghanistan leidet aber selbst unter hoher Arbeitslosigkeit, einer schwachen Wirtschaftsentwicklung und hat eine große Anzahl von Binnenflüchtlingen wegen der anhaltenden Kämpfe und Anschläge.