In Deutschland hat es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weniger Straftaten gegen Muslime gegeben als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor. Demnach wurden insgesamt 320 islamfeindliche Straftaten registriert. Das sind deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2017, als es noch knapp 500 waren. Allerdings wurden in diesem Jahr bei den Angriffen mehr Menschen verletzt: Von Januar bis Juni waren es 25 Verletzte, im selben Zeitraum des Vorjahres 18.

Bei fast allen antimuslimisch motivierten Straftaten wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Tätern um Rechtsextremisten handelt. Es handelte sich dabei um Nazischmierereien, Drohbriefe, Beleidigungen, Sachbeschädigung und Volksverhetzung.

Ein Blick auf die Daten zeigt auch, dass der Trend seit Jahresbeginn nach unten deutet. Waren es im ersten Quartal 2018 noch 196 solcher Taten, wurden im zweiten Quartal 124 registriert. Darunter waren acht Angriffe gegen Moscheen.

Die innenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion Ulla Jelpke zeigte sich erfreut darüber, dass Straftaten dieser Art zurückgehen, mahnte jedoch: "Es fehlt nach wie vor eine gesamtgesellschaftliche Solidarisierung mit muslimischen Mitbürgern. Wer Muslime weiterhin zu Fremden erklärt, schürt bloß Vorbehalte, die letztlich auch in solche Straftaten münden."