Um erfolgreicher gegen Sexualstraftäter ermitteln zu können, sollten Polizeibeamte animierte Kinderpornos verwenden dürfen. Das forderte der Chef der Freiburger Kriminalpolizei, Peter Egetemaier. "Wer sich in diesen Foren bewegt und mitmachen will, der muss Material liefern", sagte er im Morgenmagazin von ARD und ZDF. "Wer das nicht tut, wird sofort erkannt als Polizeibeamter. Das muss man dringend ändern."

Damit will Egetemaier die Arbeit verdeckter Ermittler erleichtern. Diese kämen im Darknet oftmals nicht weiter, weil viele Foren Materialproben verlangten, bevor sie neue Mitglieder aufnehmen. Nach derzeitiger Gesetzeslage handele es sich dabei auch für die Polizei um einen Straftatbestand, sagte Egetemaier. "Wir halten es für ein Unding, dass wir nicht in der Lage sind, unseren verdeckten Ermittlern im Darknet Material anzubieten."

Ermittler wollen animierte Videos verwenden

Die Polizei wolle bei ihren Ermittlungen jedoch keine echten Kinderpornos verwenden. Mittlerweile gebe es computergenerierte Animationen, die bereits als Material ausreichten, sagte Egetemaier weiter. Denn nur so könnten künftig größere Erfolge erzielt werden. Über die Verwendung animierter Missbrauchsbilder hatten im Juni bereits die Justizminister der Bundesländer diskutiert. Nun muss das Bundesjustizministerium über eine Gesetzesänderung entscheiden.

Die Forderungen Egetemaiers stehen im Zusammenhang mit dem in der vergangenen Woche gestarteten Prozess gegen die Betreiber des Kinderporno-Forums Elysium. Auf der Website tauschten mehr als 87.000 Nutzer kinderpornografische Inhalte aus. Das Forum war jedoch frei zugänglich, weshalb die Polizei die Betreiber überführen konnte. Mit einer Gesetzesinitiative könnten künftig auch Foren mit sogenannter Keuschheitsprobe leichter aufgelöst werden, sagte Egetemaier.