Die Stiftung der KZ-Gedenkstätte Buchenwald hat den AfD-Bundestagsabgeordneten Stephan Brandner nach seinem Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers erneut kritisiert. In einer Mitteilung hieß es, Brandner habe geschichtsrevisionistische Aussagen seiner Partei bestritten und völkische und antisemitische Äußerungen von Mitgliedern der AfD als kurzzeitige Entgleisungen weniger Einzelner bagatellisiert. "Auf dieser Grundlage konnte es zu keinem inhaltlichen Sachgespräch zur Arbeit der Stiftung kommen", heißt es in in der Mitteilung.

Brandner sagte nach dem Gespräch, er sei ebenfalls enttäuscht. Zweck des Treffens sei für ihn gewesen, zu erfahren, "wie die Stiftung arbeitet, die ja Steuermittel bekommt". Außerdem habe er die Stiftungsleitung gefragt, warum sie gegen die AfD agitiere. Brandner ist seit Januar Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages.

In einer Pressemitteilung, die die Stiftung vor dem Treffen veröffentlicht hatte, hieß es, die AfD sei "ebenso wenig an der sachlichen Lösung politischer und gesellschaftlicher Probleme interessiert (...), wie an der Bewahrung und Verteidigung demokratischer Werte und Haltungen". Stattdessen verzerre die Partei "absichtlich die Wirklichkeit, schürt bewusst und aggressiv Vorurteile und öffnet sich dem Rechtsextremismus direkt oder indirekt".

Vor eineinhalb Jahren hatte die Stiftung dem Thüringer AfD-Fraktionschef Björn Höcke den Besuch einer Gedenkveranstaltung in dem ehemaligen KZ verweigert. Höcke hatte zuvor in einer Rede mit Bezug auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat."