Die katholische Kirche hat die Todesstrafe in ihrer Lehre offiziell ausgeschlossen. In einer vom Vatikan veröffentlichten Änderung des Katechismus heißt es, die Todesstrafe sei "unzulässig, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt". Die Kirche setze sich daher "mit Entschiedenheit" für die Abschaffung der Todesstrafe in der ganzen Welt ein.

Der Katechismus bietet eine Zusammenstellung der wichtigsten Glaubensinhalte. In der überarbeiteten Fassung von 2003 wurde die Zulässigkeit der Todesstrafe nur eingeschränkt. In der bislang gültigen Fassung hieß es, die Kirche schließe die Todesstrafe unter bestimmten Bedingungen nicht aus, wenn dies der einzige Weg wäre, Menschen vor einem Aggressor zu schützen. Diese Einstellung bezeichnet die Kirche nun als veraltet. Es gebe andere Möglichkeiten, die Gesellschaft zu schützen, hieß es.

Der aktualisierte Katechismus-Artikel 2267 führt aus, heute gebe es "ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen hat". Zudem habe sich das Verständnis vom Sinn von Strafsanktionen gewandelt. Auch gebe es inzwischen wirksamere Haftsysteme, die sowohl die Sicherheit der Bürger garantierten, als auch eine Besserung des Täters erlaubten.

Der neue Katechismus-Text verweist als Quelle auf eine Ansprache von Papst Franziskus am 11. Oktober 2017. In einer Rede vor Kurienvertretern anlässlich der Veröffentlichung des Katechismus vor 25 Jahren sprach er sich für eine offizielle Verurteilung der Todesstrafe aus. Damals sagte er, eine "harmonische Entwicklung der Lehre" erfordere es, sich von Positionen zu verabschieden, "die heutzutage dem neuen Verständnis der christlichen Wahrheit entschieden zuwiderlaufen".

Auch schon zwei Jahre zuvor, bei einer Rede vor dem US-Senat, hatte sich der Papst für die Abschaffung der Todesstrafe in den USA ausgesprochen.

142 Länder haben die Todesstrafe abgeschafft

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International haben 2017 mit Guinea und der Mongolei zwei weitere Staaten die Todesstrafe abgeschafft. Demnach ist sie nun weltweit in 142 Staaten per Gesetz oder in der Praxis beendet. 

Registriert wurden im vergangenen Jahr laut Amnesty weniger als 1.000 Hinrichtungen und weniger als 2.600 neue Todesurteile. Bei den Angaben fehlten jedoch die Daten aus China – laut Amnesty der Staat, mit den vermutlich meisten Hinrichtungen weltweit. Darüber hinaus waren 2017 vier Staaten für 84 Prozent aller bekannt gewordenen Hinrichtungen verantwortlich: Iran, Saudi-Arabien, Irak und Pakistan.