Der Präsident der Dresdner Polizei, Horst Kretzschmar, hat sich beim ZDF entschuldigt. Hintergrund ist ein umstrittener Polizeieinsatz am Rande einer Pegida-Demonstration vergangene Woche in Dresden. Polizisten hatte ein Kamerateam des Senders eine Dreiviertelstunde lang kontrolliert und damit an ihrer Arbeit gehindert. Bei einem Gespräch zwischen Behördenvertretern und dem ZDF bedauerte Kretzschmar die "Art und Weise der polizeilichen Maßnahme", wie der Sender in einer Mitteilung schreibt. Die Polizei habe im Gespräch eingeräumt, dass das Kamerateam "viel zu lange" festgehalten worden sei.

Das ZDF wies aber darauf hin, dass die Polizisten den Vorfall anders darstellten als das ZDF-Kamerateam, das im Auftrag der Sendung Frontal 21 unterwegs war. Die Darstellung der Beamten stimme nicht mit den "Erkenntnissen aus dem ZDF-Filmmaterial" überein.

In einer Mitteilung, die die Polizei Sachsen über Twitter verbreitete, schrieb Kretzschmar, er freue sich, dass die Journalisten seiner Einladung gefolgt seinen. Es sei im "unerklärlich", dass die Kontrolle des Journalisten so lange gedauert habe. "Ich habe zugesichert, dass wir dies in der Polizei aufarbeiten werden." Zudem schrieb er: "Wir haben als Polizei sicherzustellen, dass Meinungs- und Demonstrationsfreiheit und die freie Berichterstattung durch Medien über Demonstrationen und Versammlungen aller Art garantiert bleibt."

Am Donnerstag vergangener Woche hatte ein Kameramann einen Zug von Pegida-Demonstranten gefilmt. Ein Demonstrant beschwerte sich lautstark, er wolle nicht gefilmt werden. Er rief die Polizei um Hilfe, die daraufhin langwierig die Ausweise des ZDF-Teams kontrollierte. Der Pegida-Demonstrant arbeitet, wie sich später herausstellte, als Tarifbeschäftigter beim Landeskriminalamt (LKA).

Das Vorgehen der Polizei hatte eine Debatte darüber ausgelöst, ob die Beamten mit den Demonstranten sympathisierten und die Presse absichtlich an ihrer Arbeit gehindert haben könnten. "Es muss überprüft werden, inwieweit ein Eingriff in die Pressefreiheit vorlag", hatte etwa Justizministerin Katarina Barley (SPD) gefordert. Selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte sich in die Debatte eingeschaltet. "Das Demonstrationsrecht muss umfassend gewährleistet sein", sagte Merkel. Wer zu einer Demonstration gehe, müsse aber damit rechnen, dass er von Medien dabei beobachtet und aufgenommen werde. "Ich will mich da ausdrücklich zur Pressefreiheit bekennen", sagte sie.

Dagegen hatte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bereits kurz nach dem Vorfall hinter die Polizei gestellt. Die Einzigen, die bei dem Zwischenfall "seriös aufgetreten" seien, seien die Polizisten gewesen, schrieb er auf Twitter.