Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat auf dem Mittelmeer 87 Migranten aufgenommen. Die Menschen, darunter acht Minderjährige, hätten zwei Tage in internationalen Gewässern getrieben, twitterte die Organisation. "Jetzt sind alle an Bord und sicher." Wohin die Migranten gebracht werden sollen, ist unklar.

Sowohl Italien als auch Malta wehren sich gegen private Seenotretter und lassen sie nicht in ihren Häfen anlegen. Stattdessen bringt die libysche Küstenwache immer öfter Migranten wieder zurück in das eigene Land, in dem häufig auch ein Bürgerkrieg herrscht. Die Open Arms ist neben der Aquarius das einzige Rettungsschiff, das noch vor dem nordafrikanischen Land unterwegs ist.

Proactiva Open Arms hatte zuletzt zwei Mal Migranten nach Spanien gefahren: einmal 60 Gerettete und einmal eine Überlebende und zwei Leichen. Vor einigen Tagen war das Rettungsschiff Lifeline mit 30 Migranten an Bord in Portugal angekommen. Ein italienisches Schiff soll dagegen Menschen zurück nach Libyen gebracht haben. Dort drohen Migranten Menschenrechtsverletzungen wie Folter und Versklavung.

Im Jahr 2017 haben private Organisationen 46.601 Menschen vom Mittelmeer gerettet, teilte die Bundesregierung auf Anfrage der AfD-Fraktion mit. 2016 waren es rund zweihundert mehr. In den ersten fünf Monaten dieses Jahres hätten nichtstaatliche Organisationen knapp 5.000 Menschen gerettet.

Schiffskapitäne seien nach Völkerrecht und den nationalen Ausführungsvorschriften verpflichtet, jeder Person Hilfe zu leisten, die sie auf See in Lebensgefahr antreffen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. Die Verpflichtung zur Seenotrettung bestehe unabhängig davon, aus welchen Gründen die Lebensgefahr entstanden sei.