In Sachsen-Anhalt nimmt laut einem Bericht der illegale Anbau von Cannabis zu. Seit 2008 haben Ermittler 212 illegale Plantagen entdeckt, wie die Mitteldeutsche Zeitung berichtete. Das gehe aus Zahlen des Landeskriminalamts hervor.

Mit 90 Plantagen handele es sich bei fast der Hälfte um Großanlagen mit bis zu 1.000 Pflanzen. Auch 18 noch umfangreichere Profianlagen seien entdeckt worden. Die Plantagen seien oft in leer stehenden Wohnungen, Gebäuden und Lagerhallen untergebracht und könnten dadurch trotz des technischen Aufwandes verborgen bleiben, teilte das LKA mit.

"Der Trend zum Anbau von Cannabisindoorplantagen, sowohl zur Abdeckung des Eigenkonsums als auch um Gewinne damit zu erzielen, hält in Sachsen-Anhalt weiterhin an", sagte Sprecher Andreas von Koß der Zeitung. Die meisten und größten Plantagen seien im Nordwesten des Bundeslands entdeckt worden, wie etwa im Raum um Magdeburg und der Börde. Auch der Harz sei ein Schwerpunkt des Anbaus.

Uwe Petermann, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, sieht Hinweise auf organisierte Kriminalität. "Es gibt klare Zeichen, dass oft ein Netzwerk dahinter steckt – das gilt auch für den Vertrieb", sagte Petermann. Bundesweite gäbe es "ausgeklügelte Netzwerke, inklusive Restaurants und billiger Bekleidungsläden – da ist es einfach, illegale Aktivitäten einzubetten, auch in puncto Geldwäsche".

Bereits im März warnte der Internationale Suchtstoff-Kontrollrat (INCB) vor einer Zunahme des Drogenanbaus in Europa. Grund seien strengere Grenzkontrollen, welche die bisherigen Transportrouten weniger lukrativ machten. So werde etwa Cannabis vermehrt in professionellen Plantagen etwa in Deutschland, Belgien und den Niederlanden angebaut, während der Schmuggel nach Europa abnehme. Der professionalisierte Anbau könne auch zu einer Erhöhung der Wirkstoffkonzentration führen, warnte der INCB.