In Chemnitz ist ein zweiter Mann wegen Zeigen des Hitlergrußes verurteilt worden. Das Amtsgericht Chemnitz verhängte in einem weiteren Schnellverfahren eine fünfmonatige Haftstrafe ohne Bewährung gegen den 34-Jährigen. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Mann vor zwei Wochen auf einer Demonstration rechtsgerichteter Gruppierungen in Chemnitz die Hand mehrfach zum Hitlergruß gehoben. Verurteilt wurde er wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen.

Der 34-jährige Chemnitzer hat bereits eine Vielzahl von Vorstrafen, unter anderem wegen Körperverletzungsdelikten. Auch deshalb sei das Gericht davon ausgegangen, dass die Voraussetzungen für eine Strafaussetzung zur Bewährung nicht gegeben seien.

Chemnitz - Kunst gegen Fremdenhass In Chemnitz hat der Künstler Rainer Opolka zehn Wolfsfiguren aufgestellt. Einige von ihnen zeigen den Hitlergruß. Der Künstler will damit gegen Rassismus protestieren. © Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Bereits am Donnerstag war in einem ersten beschleunigten Strafverfahren ein 33-Jähriger wegen des Zeigens des Hitlergrußes auf einer Demonstration in Chemnitz und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte zu acht Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Außerdem muss er 2.000 Euro an die Staatskasse zahlen.

In Chemnitz war am letzten Augustwochenende ein 35-jähriger Mann eines gewaltsamen Todes gestorben. Zwei Tatverdächtige, die mutmaßlich aus Syrien und dem Irak stammen, sitzen in Untersuchungshaft. Nach einem dritten Tatverdächtigen wird gefahndet.

Nach dem Tod des Chemnitzers gab es an mehreren Tagen Demonstrationen, darunter auch mehrfach von rechten Gruppen. Dabei registrierte die Polizei zahlreiche Straftaten.