Braunkohlegegner - Tausende Demonstranten protestieren für Erhalt des Hambacher Forstes Tausende Umweltschützer protestierten am Sonntag gegen die geplante Rodung im Hambacher Forst. Währenddessen geht die Räumung der Baumhäuser durch die Polizei weiter. © Foto: Henning Kaiser/dpa

Erneut haben mehrere Tausend Demonstrantinnen und Demonstranten im Hambacher Forst gegen die geplante Rodung des Waldes demonstriert. Sie forderten außerdem einen schnellen Ausstieg aus der Kohleverstromung. Die Polizei sprach von mehr als 4.000 Demonstranten, die verschiedenen Aktivistengruppen von 5.000 bis 9.000 Teilnehmern angehören.

Weil der Wald von der Polizei abgesperrt worden war, verschafften sich die Demonstranten über Äcker und Wege am Rande des Waldes Zugang. Einige von ihnen trugen junge Bäume mit sich, die sie in dem bereits gerodetem Gebiet anpflanzen wollten.

Gleichzeitig setzte die Polizei die Räumung von Baumhäusern von Aktivisten fort. Seit Beginn des Einsatzes am Donnerstag seien etwa 18 Behausungen geräumt und teilweise beseitigt worden, sagte eine Sprecherin der Polizei Aachen. Auch in der Aktivistensiedlung "Oaktown" sollten im Laufe des Tages weitere Baumhäuser geräumt werden, sagte ein Sprecher der Stadt Kerpen.

Seit Samstag wurden nach Polizeiangaben Dutzende Umweltaktivisten vorübergehend festgenommen oder in Gewahrsam genommen. Einige von ihnen seien inzwischen wieder auf freiem Fuß. In der vergangenen Nacht hatten sich außerdem zwei Aktivisten in einem selbstgebauten Schacht verbarrikadiert. Nach einem stundenlangen Einsatz der Grubenwehr Herne hätten die beiden Aktivisten den Schacht schließlich freiwillig verlassen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr Kerpen mit. In dem elf Meter tiefen Schacht war eine lebensbedrohlich hohe Kohlenstoffdioxidkonzentration gemessen worden. Rettungskräfte hatten deswegen seit Samstag Luft in den Schacht gepumpt. Beide Aktivisten wurden medizinisch versorgt.

Der Energiekonzern RWE will im Herbst weite Teile des Hambacher Forstes abholzen, um weiter Braunkohle baggern zu können. Aktivisten halten den Wald seit mehreren Jahren besetzt und hatten dort Baumhausdörfer errichtet.