Polizisten haben in Chemnitz die Wohnungen mehrerer Verdächtiger durchsucht, die einer selbsternannten "Bürgerwehr" angehören sollen. Das teilte das Landeskriminalamt Sachsen mit. 

Die Gruppe, die sich "Bürgerwehr" bezeichnete, soll am vergangenen Freitag nach einer Demonstration der rechtspopulistischen Bewegung Pro Chemnitz auf die Schlossteichinsel der Stadt gezogen sei. Dort hätten die Männer Personen, die sie für Ausländer hielten, bedroht und beschimpft. Die Justiz wirft den Mitgliedern vor, Passanten kontrolliert und durchsucht zu haben: Mitglieder der "Bürgerwehr" sollen sich als Unterstützer der Polizei ausgegeben haben. 

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft kreisten die Verdächtigen Deutsche, Iraner und Pakistaner ein. Dabei sollen fremdenfeindliche Äußerungen gefallen sein. Ein 26-jähriger Iraner wurde verletzt, er erlitt eine Platzwunde am Kopf. Nach dem Vorfall waren 15 Männer vorläufig festgenommen worden.

Fünf der Verdächtigen müssten sich nun vor Gericht wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung verantworten. Die weiteren Ermittlungen habe das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum übernommen.