Die Bundesstaatsanwaltschaft hat eine Islamistin festnehmen lassen, die Deutschland als 15-Jährige verlassen haben soll, um sich der Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien anzuschließen. Wie die oberste deutsche Anklagebehörde mitteilte, wurde die inzwischen 20 Jahre alte Sarah O. an diesem Morgen aus der Türkei abgeschoben und bei ihrer Einreise in Deutschland am Flughafen Düsseldorf festgenommen.

Der Fall der Gymnasiastin aus Konstanz am Bodensee hatte Schlagzeilen gemacht, weil sie erst 15 Jahre alt war, als sie 2013 in das Bürgerkriegsland reiste. Laut der Bundesanwaltschaft wollte sich Sarah O. dort einer terroristischen Vereinigung im Kampf gegen die syrische Regierung anzuschließen und am Aufbau eines islamischen Staates nach dem Vorbild der Scharia beteiligen. Demnach erhielt sie eine Ausbildung im Umgang mit Schusswaffen und heiratete Anfang 2014 einen aus Deutschland stammenden IS-Kämpfer. Sarah O. soll darüber hinaus versucht haben, Personen aus Europa zur Ausreise nach Syrien zu bewegen, um dort für die IS-Miliz am Dschihad teilzunehmen.

"Wir unterstützen unsere Ehemänner im Kampf und vermehren beziehungsweise gebären Kämpfer", schrieb Sarah O. 2013 ihren Freundinnen per Facebook. In Syrien angekommen schickte Sarah ein Foto von einer Pistole ins heimische Konstanz. "Meine neue Perle", schrieb sie dazu.

Ihr Ehemann Ismael S. und sein Bruder Emre hatten vor zehn Jahren in Deutschland versucht, Polizisten in einen Hinterhalt zu locken, um die Waffen der Beamten zu erbeuten. Damals war Ismail S. 16 Jahre alt. Damit wollten die Brüder US-Soldaten töten und so als Märtyrer ins Paradies kommen. Sie notierten sie es in "Testamenten", die ihre Eltern fanden. Die Staatsanwaltschaft erkannte damals kein politisches Motiv und ging lediglich wegen des Verdachts des versuchten schweren Raubs gegen die Brüder vor.

Nach Angaben der Bundesanwaltschaft war Sarah O. Anfang des Jahres in die Türkei geflohen und hatte sich dort den Sicherheitskräften gestellt. Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers soll die 20-Jährige – zusammen mit ihren drei Kindern – mit dem Flug XQ794 in Düsseldorf gelandet sein. Nach einer Befragung durch die Polizei wurde sie mit dem Hubschrauber zur Bundesanwaltschaft nach Karlsruhe gebracht. Dort, so teilt es wiederum die Anklagebehörde mit, soll sie noch an diesem Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der einen Haftbefehl eröffnen und über eine eventuelle Untersuchungshaft entscheiden wird.