Das Sturmtief Florence hat für starke Überschwemmungen im Südosten der USA gesorgt. Große Teile der Bundesstaaten North Carolina, South Carolina und inzwischen auch Gebiete im Süden Virginias sind betroffen. Der einstige Hurrikan hatte sich zu einem Tiefdruckgebiet abgeschwächt, worauf starker Regen folgte.

Sturmfluten im Atlantik haben Flüsse auf Rekordstände angestaut. Ihr Wasser drückt immer weiter ins Inland. Überflutungen wurden am Sonntag selbst aus der Stadt Fayetteville gemeldet, die rund 150 Kilometer landeinwärts liegt. Der Bürgermeister der Stadt, Mitch Colvin, sagte: "Das Schlimmste steht uns noch bevor." In einigen kleinen Gemeinden herrschte Sorge, dass die Orte ganz zerstört und nie wieder aufgebaut werden könnten – wie es bereits 2016 nach Hurrikan Matthew an einigen Orten geschehen war.

Die Zahl der Toten durch Florence stieg auf mindestens 16. Zuletzt sei eine 30 Jahre alte Frau umgekommen, als sie in einem Geländewagen auf einer Straße nahe dem Ort Gilbert im Staat South Carolina in Hochwasser geraten sei, teilten die Behörden mit. Demnach verlor sie dabei die Kontrolle über ihren Wagen und prallte gegen einen Baum. Sie starb noch vor Ort.

Unpassierbare Straßen, überflutete Häuser

Zahlreiche Straßen waren unpassierbar, Rettungskräfte holten Menschen mit Booten aus ihren überfluteten Häusern. Autofahrer mussten teils Umleitungen von Hunderten Kilometern in Kauf nehmen. Die Behörden befürchteten, dass die Wassermassen über die Flüsse bis in die Mittelgebirge gelangen und dort Erdrutsche auslösen könnten.

Andernorts gab es aber erste Anzeichen von Entwarnung. Das Nationale Hurrikanzentrum nahm seine Sturmwarnungen für weite Teile der Küste zurück. Am Flughafen des Urlauberortes Myrtle Beach wurde am Sonntag der Flugbetrieb wieder aufgenommen.

Florence war am Freitag als Hurrikan der niedrigsten Kategorie 1 in North Carolina auf Land getroffen, hatte für starke Verwüstungen gesorgt und nach Behördenangaben fast eine Million Menschen von der Stromversorgung getrennt. Die Windgeschwindigkeiten schwächten sich dann weiter deutlich ab und der starke Regen setzte ein. Dem Nationalen Hurrikanzentrum zufolge bewegte sich der Sturm am Sonntag nur mit minimalem Tempo von zuletzt acht Kilometern pro Stunde. Die Region ist dadurch über lange Zeit starkem Regen ausgesetzt.

Die Behörden hatten Hunderttausende Menschen entlang der Südostküste aufgerufen, sich vorsorglich in Sicherheit zu bringen und landeinwärts Schutz zu suchen – bei Freunden, Verwandten, in Hotels oder Notunterkünften. Nicht alle waren dem Aufruf gefolgt. Zehntausende verharrten in notdürftigen Lagern, etwa in Schulen.