Die spanische Hilfsorganisation Proactiva Open Arms will wieder Migranten und Migrantinnen vor der libyschen Mittelmeerküste retten. "Die Zeit ist gekommen: #Astral kehrt auf das zentrale Mittelmeer zurück", schrieb die NGO auf Twitter in Anspielung auf den Namen eines ihrer beiden Schiffe. Menschen in Lebensgefahr aus dem Meer zu retten sei keine Option, sondern eine Verpflichtung, schrieben die Retter und veröffentlichten ein kurzes Video, das ein fahrendes Rettungsschiff zeigt.

Die Spanierinnen und Spanier hatten ihre Hilfseinsätze Ende August von der libyschen Küste in Richtung Spanien verlagert. Zur Begründung hatte die Organisation mitgeteilt, vor den Küsten Südspaniens herrsche gerade eine Notlage. In den vergangenen Monaten haben die meisten nicht staatlichen Hilfsorganisationen den Mittelmeerabschnitt zwischen Italien und Libyen verlassen. Zuvor hatte Italiens Innenminister Matteo Salvini das Einlaufen privater Schiffe mit geretteten Migranten in italienische Häfen untersagt.

Vor der Ankündigung von Proactiva Open Arms war die Aquarius 2 der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen das einzig verbliebene Rettungsschiff im zentralen Mittelmeer. Das Schiff wartet derzeit in der Nähe von Malta darauf, der dortigen Küstenwache etwa 58 gerettete Migranten übergeben zu können. Die Menschen sollen auf Frankreich, Portugal, Spanien und Deutschland verteilt werden. Schlechtes Wetter hatte die vereinbarte Übergabe verzögert. Laut einer Schiffsbesatzung wird sie nun voraussichtlich am Sonntagvormittag stattfinden.