Die Räumung der Baumhäuser im Braunkohlerevier Hambacher Forst geht weiter. Die Behörden ließen dabei auch einen Gedenkort für den in der vergangenen Woche gestorbenen Filmemacher entfernen. Bislang seien etwa 50 Baumhäuser geräumt worden, sagte ein Polizeisprecher. Etwa 20 weitere gebe es noch.

Die Räumung des Gedenkortes lief friedlich ab, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur dpa berichtete. Eine kleine Gruppe von Aktivisten habe nach einer Schweigeminute die Kerzen ausgepustet und gemeinsam mit den Blumen und Fotos in bereitgestellte Kisten gepackt. Die Polizei habe ihnen dabei geholfen. Nach Abschluss der Arbeiten könne der Gedenkort wieder an der Unglücksstelle aufgebaut werden, versprach die Polizei.

Nach dem tödlichen Sturz des 27-jährigen Filmemachers von einer Hängebrücke waren die Räumungen vorübergehend ausgesetzt worden. Am Montag begannen die Behörden erneut mit den Räumungen.

RWE stellt Strafanzeige gegen unbekannt

Der Energiekonzern RWE hat unterdessen nach einer Cyberattacke auf die Internetseite des Unternehmens Strafanzeige gegen unbekannt erstattet, wie ein Sprecher mitteilte. Ob der Angriff im Zusammenhang zur geplanten Abholzung des Waldes steht, ist noch unklar.

RWE will im Herbst weite Teile des Hambacher Forstes abholzen, um die Förderung von Braunkohle fortsetzen zu können. Umweltschützer protestieren seit Jahren dagegen und fordern einen Aufschub, bis die Kohlekommission einen langfristigen Plan für den Kohleausstieg vorlegt. Der Konzern hält die Rodung für unerlässlich, um die Stromproduktion in den Braunkohlekraftwerken zu sichern.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) forderte den Bund am Dienstag auf, dem rheinischen Revier für den Fall eines vorzeitigen Kohleausstiegs zu helfen: "Ich sehe den Bund in der Pflicht, im Falle einer früheren Beendigung der Braunkohle die erforderlichen Mittel bereitzustellen", forderte Pinkwart in der Rheinischen Post. Braunkohle aus NRW sei seit Jahrzehnten eine wichtige Säule für die deutsche Wirtschaft. Anders als Steinkohle sei sie nie subventioniert worden. "Jetzt darf Deutschland das Rheinische Revier nicht hängen lassen", sagte Pinkwart.