Zum Auftakt einer Parade gegen Rassismus haben sich nach Angaben der Polizei rund 14.000 Menschen in Hamburg versammelt. Die Veranstalter sprachen von 30.000 bis 35.000 Teilnehmern. Ein Bündnis von mehr als 450 Gruppen hatte unter dem Motto "United against Racism" ("Gemeinsam gegen Rassismus") zu der Demonstration aufgerufen. Zu den Veranstalterinnen gehören Initiativen wie die Hilfsorganisation Sea-Watch oder Laut gegen Nazis. Zum Auftakt sammelten sich 40 bunte Trucks. Die Demonstration soll gegen 18 Uhr mit einem Konzert am Hafen enden.

Die Demonstrantinnen und Demonstranten forderten unter anderem einen sofortigen bundesweiten Abschiebestopp, sichere Fluchtwege und ein Recht auf Schutz, Migration und Asyl. Die zivile Seenotrettung im Mittelmeer dürfe nicht kriminalisiert werden. Sie verlangten außerdem den Rücktritt von Bundesinnenminister Horst Seehofer und die Auflösung des Bundesamtes für Verfassungsschutz.

"Wir werden zeigen, dass die Gesellschaft sich nicht spalten lässt und dass Solidarität unteilbar ist. Geflüchtete und Migrant*innen sind nicht 'die anderen'. Migration ist die Mutter dieser Gesellschaft", teilte Newroz Duman mit, Sprecherin des Netzwerks We'll Come United. Rassismus sei nicht nur das Geschäft von Neonazis und AfD. "Rassismus entscheidet darüber, wer auf dem Mittelmeer gerettet wird und wer nicht. Rassismus entscheidet darüber, wer ein Recht auf Familienleben und auf einen Alltag ohne Angst hat", ließ sich Duman weiter zitieren.