Beim jüngsten Erdbeben und dem dadurch ausgelösten Tsunami auf der indonesischen Insel Sulawesi sind Hunderte Menschen getötet worden. Mindestens 384 Menschen kamen nach neuesten Angaben des Katastrophenschutzes ums Leben. Zuvor hatte die Behörde von mindestens 48 Toten und mehr als 350 Verletzten gesprochen. Krankenhäuser konnten nur mit Mühe die Hunderten Verletzten versorgen, nachdem Wellen mit einer Höhe von 1,50 Metern Teile der Stadt verwüstet hatten. "Wir brauchen jede Hilfe, die wir bekommen können", sagte der Direktor der Undata-Klinik in der Inselhauptstadt Palu, Komang Adi Sujendra. 

Über die Uferpromenade der Küstenstadt Palu, die 350.000 Einwohnerinnen zählt, war am Freitag nach einem starken Erdbeben eine hohe Welle hereingebrochen. Nach Angaben der Behörden riss sie Dutzende Häuser mit. Viele Anwohner gerieten in Panik. Betroffen waren auch andere Ortschaften auf Sulawesi, einer der größten indonesischen Inseln.

Die nationale Katastrophenschutzbehörde bestätigte zunächst bloß vage, dass mehrere Menschen in den Trümmern ihrer Häuser umgekommen seien. Genauere Aussagen machte sie nicht. Das Beben hatte nach offiziellen Angaben eine Stärke von 7,7. Zuvor hatte schon ein Beben der Stärke 5,9 die Insel erschüttert.

Indonesien,  mit mehr als 260 Millionen Einwohnern einer der bevölkerungsreichsten Staaten, liegt auf dem Pazifischen Feuerring, einer geologisch sehr aktiven Zone. Dort bebt die Erde immer wieder.

Bei mehreren Erdstößen auf der bei Touristen beliebten Insel Lombok, der Nachbarinsel von Bali, wurden im Sommer mehr als 500 Menschen getötet. Auch Vulkanausbrüche sind in Indonesien keine Seltenheit. Ein besonders verheerendes Erdbeben der Stärke 9,1 hatte am 26. Dezember 2004 vor der Küste Sumatras im Westen Indonesiens einen Tsunami ausgelöst, in dessen Folge in der Region 220.000 Menschen ums Leben kamen. Rund 168.000 starben in Indonesien. Es war das drittstärkste Beben überhaupt seit dem Jahr 1900.