Der Transfer der geretteten Migranten auf dem Schiff Aquarius 2 nach Malta verzögert sich. Grund dafür sei schlechtes Wetter, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisation SOS Méditerranée. Es könne zwei bis drei Tage dauern, bis die 58 Migranten an Bord eines maltesischen Schiffes gehen können, das sie an Land bringen soll.

Die Aquarius 2 selbst darf nicht im Hafen des Inselstaats anlegen. Sobald die Menschen von Bord sind, soll das Schiff weiterfahren ins südfranzösische Marseille. Dort verliert das Schiff voraussichtlich seine Flagge: Die Behörden in Panama haben angekündigt, es aus seinem Schifffahrtsregister zu streichen. Damit wäre das letzte noch aktive private Rettungsschiff in der Zone vor Libyen stillgelegt.

Von Malta aus sollen die Menschen auf vier EU-Länder verteilt werden. Nach Angaben des Büros des französischen Premierministers handelt es sich dabei um Deutschland, Spanien, Portugal und Frankreich. Nachdem sich die nächstgelegenen Länder Malta und Italien geweigert hatten, das Schiff anlegen zu lassen, war die Lösung ausgehandelt worden.

Die Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen hatten zwischenzeitlich darum gebeten, die Migranten nach Marseille zu fahren – Frankreich pochte aber auf das Prinzip, dass aus Seenot Gerettete in den nächstgelegenen sicheren Hafen gebracht werden.