Im Juni war Bundespolizeichef Dieter Romann in den Nordirak geflogen, um den flüchtigen Tatverdächtigen im Wiesbadener Mordfall Susanna F. zurück nach Deutschland zu bringen. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main gegen ihn. Es seien mehrere Strafanzeigen gegen Romann wegen der Rückführung des Irakers Ali B. nach Deutschland eingegangen, sagte eine Sprecherin der Behörde und bestätigte damit einen Bericht des Südwestrundfunks (SWR). Romann wird Freiheitsberaubung vorgeworfen.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Potsdam in dem Fall ermittelt, das Verfahren aber an Frankfurt abgegeben. Die Behörde erklärte, in dem Fall nicht zuständig zu sein. Laut SWR-Recherchen hatte auch die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ermittelt, den Fall aber aus dem gleichen Grund abgegeben. Frankfurt sei zuständig, weil es sich bei dem Flugzeug, in dem Romann und der Tatverdächtige saßen, um eine Lufthansa-Maschine handelte, hieß es. Die Airline hat ihren Unternehmenssitz in Frankfurt. 

Der Iraker B. soll die 14-jährige Susanna aus Mainz vergewaltigt und getötet haben. Ihre Leiche wurde einige Tage nach ihrem Verschwinden in Wiesbaden gefunden. B. gilt als tatverdächtig und setzte sich mit seiner Familie in den Irak ab. Romann holte ihn zurück nachdem B. im Irak festgesetzt worden war. B. sitzt in Frankfurt in Untersuchungshaft. Die Tötung des Mädchens hatte er eingeräumt, die vorgeworfene Vergewaltigung allerdings bestritten.

Die Abschiebung aus dem Nordirak, bei der Romann dabei war, war von Juristen kritisiert worden. Die irakische Zentralregierung hatte sich empört gezeigt, da es kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Irak und Deutschland gebe.