In Krisen- und Konfliktländern kann jedes dritte Kind im Alter zwischen 5 und 17 Jahren nach UN-Angaben keinen Schulunterricht besuchen. Insgesamt seien weltweit etwa 104 Millionen Kinder betroffen, heißt es in einem Bericht des UN-Kinderhilfswerks Unicef. Am schlimmsten sei die Lage im Niger, der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan und Eritrea. Alle Länder der ersten zehn Plätze liegen in Afrika.

In Krisen- und Konfliktstaaten würden Kinder und junge Menschen doppelt abgestraft, sagte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. "Kurzfristig werden ihre Schulen beschädigt, zerstört, vom Militär besetzt oder sogar gezielt angegriffen", sagte Fore. Die verlorenen Unterrichtsjahre ließen sich nur selten nachholen. "Langfristig sind sie und die Länder, in denen sie leben, wiederkehrenden Armutszyklen ausgesetzt."

Armut bleibt laut Unicef die größte Hürde, durch die Kinder vom Lernen abgehalten werden. Bei den ärmsten Kindern im Grundschulalter sei es viermal wahrscheinlicher, dass sie zu Hause bleiben müssten als bei Gleichaltrigen aus wohlhabenderen Familien.

Mit dem Bericht will Unicef auf mangelnde Bildung in von Krieg und Katastrophen geplagten Staaten aufmerksam machen, ehe sich kommende Woche ranghohe Vertreter zur UN-Vollversammlung in New York treffen. Im weltweiten Aufruf für humanitäre Hilfen sind laut Unicef lediglich vier Prozent für Bildung vorgesehen.