Weltweit hungern immer mehr Menschen. Das geht aus einem gemeinsamen Bericht von fünf UN-Organisationen hervor. Demnach waren im vergangenen Jahr 821 Millionen Menschen unterernährt – und damit 17 Millionen mehr als 2016. Bis dahin waren die Zahlen knapp ein Jahrzehnt lang rückläufig oder zumindest stabil geblieben.

Als Schlüsselfaktoren sehen die Experten der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (Fao), des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (Ifad), des UN-Kinderhilfswerks Unicef, des Welternährungsprogramms WFP und der Weltgesundheitsorganisation WHO neben Kriegen und Konflikten auch klimatische Extreme. So sei die Zahl und der Anteil unterernährter Menschen gerade in denjenigen Ländern deutlich höher, die extremes Klima erlebten – etwa mehr Dürreperioden oder unregelmäßige Regenzeiten. Diese Auswüchse würden Lebensmittelkrisen auslösen oder verstärken, heißt es in dem Bericht.

Besonders betroffen sind den Organisationen zufolge weite Teile Afrikas, aber auch zunehmend Länder in Südamerika. In Asien wiederum stagnierten die Fortschritte im Kampf gegen Hunger und Unterernährung – ein Trend, den die UN-Fachleute weltweit ausmachen. Ohne gezielte Maßnahmen, so schreiben sie, würden die für 2030 vereinbarten Entwicklungsziele nicht erreicht werden. Notwendig seien kurz- und langfristige Programme zur Reduzierung von Risiken und der Anpassung an den Klimawandel.

Mangelernährung kann auch zu Fettleibigkeit führen

Einen Fokus legt die global angelegte Studie auch auf die Situation von Kindern und Jugendlichen. Demnach leiden weltweit 151 Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung und sind zu klein für ihr Alter. Als gravierend schätzen die Experten auch ein, dass viele Kinder bereits bei der Geburt unterernährt sind, da ihre Mütter keinen ausreichenden Zugang zu Lebensmitteln haben.

Neben einer steigenden Zahl unterernährter Menschen beobachten die UN-Organisationen zugleich einen Trend zu Übergewicht. Schließlich könne eine Mangelernährung auch zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen. Davon betroffen sind dem Bericht zufolge weltweit rund 672 Millionen Erwachsene. Als Gründe werden hohe Lebensmittelpreise sowie Stress aufgrund einer unsicheren Verfügbarkeit von Lebensmitteln genannt. Auch bestehe ein Zusammenhang zwischen Unterernährung im Kindesalter und späterer Fettleibigkeit.