Mehrere Tausend Menschen haben in Essen an einer Demonstration teilgenommen, die unter dem Motto "#wirsindmehr – Aufstehen gegen rechte Hetze" stand. Die Polizei schätzte die Teilnehmerzahl zunächst auf mehrere Tausend; der Veranstalter, das Bündnis "Essen stellt sich quer", sprach von mindestens 5.000 Menschen. Sie zogen mit Transparenten mit der Aufschrift "Wir sind bunt" oder "Rassismus hat viele Gesichter, aber alle sind hässlich" vom Hauptbahnhof aus durch die Innenstadt. Die Polizei Essen schrieb auf Twitter, die Demonstration durch die Essener Innenstadt verlaufe bislang friedlich.

In dem Kundgebungsaufruf hatte es geheißen: "Gemeinsam stehen wir für Weltoffenheit, Demokratie, Humanismus und Toleranz. Wir überlassen die Straße nicht den Rechten." Die Demo wurde von den Kirchen, der Arbeiterwohlfahrt und dem Deutschen Gewerkschaftsbund unterstützt. Vor Beginn hatten die Kirchen zu einem ökumenischen Friedensgebet eingeladen.

An einer Gegenveranstaltung, die als "Mahnwache für Daniel H." angemeldet wurde, beteiligten sich nach Polizeiangaben sieben Personen. Anlass für die Demonstration waren die Ausschreitungen in Chemnitz. Der 35 Jahre alte Daniel H. war in der Nacht zum 26. August erstochen worden. Tatverdächtig sind ein Syrer und zwei Iraker. Rechtsradikale Gruppen hatten dies zum Anlass für mehrere, teils aggressive Demonstrationen und Kundgebungen genommen. Dabei kam es zu rassistischen und antisemitischen Übergriffen, Hitlergrüße wurden gezeigt und auch Journalisten wurden an ihrer Arbeit gehindert. Für Freitagabend ruft die Gruppe Pro Chemnitz erneut zu einer Demonstration in der Chemnitzer Innenstadt auf.