In Chemnitz haben nach Angaben der Polizei drei mit Motorradbekleidung und Helmen vermummte Täter den Inhaber eines persischen Lokals angegriffen und verletzt; nach Informationen von ZEIT ONLINE handelt es sich dabei um das Restaurant Safran. Dieses wirbt auf seiner Website damit, das erste persische Restaurant in Sachsen zu sein.

Am Samstagabend gegen 22.30 Uhr sollen drei Menschen das Restaurant betreten und den 52-jährigen Inhaber mit den Möbeln darin beworfen haben. Der Mann sei daraufhin verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Einer Bekannten der Familie zufolge befindet er sich noch immer in stationärer Behandlung. Das Restaurant habe den Betrieb am nächsten Tag aber wieder aufgenommen. Der Angriff sei ein Schock gewesen, aber der Angegriffene habe nicht vor lauter Angst sein Restaurant schließen wollen, sagte die Bekannte. Der Restaurantinhaber und seine Frau seien Flüchtlinge aus dem Iran gewesen.

Zunächst ermittelte das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei Chemnitz, inzwischen hat das Polizeiliche Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum (PTAZ) im LKA Sachsen den Fall übernommen. Das Restaurant sei früher bereits mit rechtsradikalen Parolen beschmiert und beschädigt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Nach den rechtsradikalen Demonstrationen in Chemnitz Ende August ist es in der Stadt immer wieder zu rassistischen und antisemitischen Übergriffen gekommen. Am Abend des 27. Augusts sollen etwa zwölf schwarz gekleidete Angreifer das jüdische Lokal Schalom mit Steinen, Flaschen und einem abgesägten Stahlrohr beworfen und "Hau ab aus Deutschland, du Judensau" gerufen haben. Der Inhaber Uwe Dziuballa soll mit einem Stein an der Schulter verletzt worden sein und erstattete Anzeige. Der Fall sorgte bundesweit für Entsetzen.