Die Mehrheit der Deutschen hat ein überwiegend positives Bild von der Europäischen Union. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie, die vom Europaparlament in Auftrag gegeben worden ist. Demnach werteten vier von fünf Befragten die Mitgliedschaft Deutschlands in der Staatengemeinschaft positiv – das ist EU-weit der höchste Zustimmungswert seit 25 Jahren. Ein Großteil der Befragten (76 Prozent) ist zudem der Meinung, dass Deutschland bislang von seiner Mitgliedschaft in der EU profitiert habe.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie wurden außerdem zum Thema Einwanderung befragt. In Deutschland wünschen sich 56 Prozent der Befragten, dass Einwanderung die wichtigste Rolle im Wahlkampf der Europawahl im Frühjahr spielen soll. Insgesamt hält die Hälfte der Bürger der EU dies für das wichtigste Wahlkampfthema.

Die Zahl der irregulär in die EU einreisenden Migrantinnen und Migranten ist in diesem Jahr deutlich gesunken. Bis September waren es rund 100.000 – etwa ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum, wie aus jüngsten Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex hervorgeht.

79 Prozent der Deutschen würden für einen Verbleib in der EU abstimmen

Würde es in Deutschland ein Referendum über einen Verbleib Deutschlands in der EU geben, würden 79 Prozent der Befragten für den Verbleib stimmen. Italien ist mit Tschechien das einzige Land, in dem die Bürger in einem Referendum nicht mehrheitlich für den Verbleib in der EU stimmen würden. In Großbritannien dagegen, wo die Bevölkerung 2016 in einer Volksabstimmung für einen Austritt votiert hatte, hat sich dazu die Stimmung geändert: Inzwischen würden laut dieser Erhebung 51 Prozent der Befragten für einen Verbleib und 34 Prozent für einen Austritt stimmen, 11 Prozent sind unentschlossen.

Italien ist laut der EU-weiten Befragung zudem das einzige Land, in dem die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger nicht der Ansicht sind, dass ihr Land von der Mitgliedschaft in der EU profitiert habe. Dort begrüßen zudem nur 42 Prozent der Befragten die Mitgliedschaft in der EU. Wegen der Kritik der Europäischen Kommission am italienischen Haushaltsentwurf, der ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent für das kommende Jahr vorsieht, werfen mehre Regierungsmitglieder der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechten Lega der EU regelmäßig Bevormundung vor.

Auch in der europäischen Flüchtlingspolitik zeigt sich die italienische Regierung unnachgiebig. Obwohl die Zahl illegaler Migrantinnen und Migranten in Italien im Vergleich zum Zeitraum zwischen Januar und September 2017 um 80 Prozent zurückgegangen ist, verfolgt der rechtspopulistische Innenminister Matteo Salvini eine strikte Antimigrationspolitik.

An der repräsentativen Umfrage nahmen 27.474 Menschen aus allen 28 EU-Staaten teil, 1.507 davon kamen aus Deutschland. Das Eurobarometer wird zweimal jährlich im Auftrag des Europaparlaments durchgeführt.