Die Auswertung der Handydaten von Asylbewerbern deckt einem Bericht zufolge nur selten falsche Angaben der Betroffenen auf. Von Januar bis Juli 2018 seien nur bei zwei Prozent der Auswertungen Täuschungen aufgefallen, heißt es in einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Linke-Anfrage, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Demnach wurden von knapp 7.000 Flüchtlingen Daten ausgelesen, in 2.000 Fällen erfolgte eine Auswertung. Bei 41 Asylbewerbern zeigten sich Unstimmigkeiten, also bei zwei Prozent der Fälle.

Dagegen bestätigte jede dritte Analyse die Angaben der Flüchtlinge, heißt es weiter in dem Bericht. In fast zwei Dritteln aller Fälle hätten sich keine Erkenntnisse gewinnen lassen.

Als einen Vorteil der umstrittenen Datenauswertung nennt das Innenministerium dem Bericht zufolge, dass Asylverfahren "schneller abgeschlossen werden" könnten, wenn über das Handy die Angaben der Flüchtlinge bestätigt würden. Diese Argumentation sei "ein schlechter Scherz", sagte die Linke-Innenpolitikerin Ulla Jelpke der Zeitung. "Das wiegt die hohen Kosten der Maßnahme und den tiefen Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht von Schutzsuchenden nicht auf."