2018 sind nach Angaben von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) bisher rund 100.000 Flüchtlinge und Migranten nach Deutschland gekommen. Da im November und Dezember traditionell weniger Menschen neu in die Bundesrepublik kämen, rechne er damit, weit unter der Schwelle von 200.000 Flüchtlingen und Migranten pro Jahr zu bleiben, sagte Seehofer laut Teilnehmenden in der Sitzung der Unionsfraktion im Bundestag.

Noch im Juni hatte der Bundesinnenminister gesagt, dass der von der großen Koalition festgelegte "Korridor" von 180.000 bis 220.000 Flüchtlingen 2018 noch "erreicht oder sogar überschritten werden" könnte. Die Koalition hatte sich nach langen Diskussionen über eine "Obergrenze" auf den "Korridor" geeinigt, der Zuwanderung ebenso berücksichtigt wie Abgeschobene und freiwillige Rückkehrer.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden in Deutschland in diesem Jahr bis zum September 124.000 Asylerstanträge gestellt. Zusätzlich wurden im ersten Halbjahr 2018 etwa 19.000 Visa für den Familiennachzug aus den Hauptherkunftsländern der Asylsuchenden erteilt. Wenige Tausend weitere Flüchtlinge sind etwa über das "Resettlement-Programm" eingereist. Bis August wurden rund 16.000 Menschen abgeschoben, etwa 12.000 sind freiwillig in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt. 2017 hatten insgesamt 187.000 Menschen in Deutschland Asyl beantragt.

Im Vergleich zu den Vorjahren sind 2018 deutlich weniger Flüchtlinge und Migranten in der EU angekommen. Bereits 2017 sank die Zahl der Asylanträge in der Europäischen Union beinahe um die Hälfte.