In Freiburg sind nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung einer 18-jährigen zwei Demonstrationen durch die Stadt gezogen. Die AfD hatte zu einer Versammlung aufgerufen, zu der rund 300 bis 500 Menschen kamen. An einer Gegendemonstration, die vor einer Instrumentalisierung des Verbrechens warnte, nahmen nach Polizeiangaben 1.500 Menschen teil.

Die Polizei hielt die beiden Gruppen auseinander. Allerdings musste der AfD-Zug über eine andere Strecke umgeleitet werden und auch unterwegs mehrfach anhalten, weil Gegendemonstranten ihn blockierten. Immer wieder kam es laut Augenzeugen zu Rangeleien zwischen Polizisten und Gegendemonstranten, die versuchten, den AfD-Zug aufzuhalten. Über Verletzte und Festnahmen wurde nichts bekannt.

Während der AfD-Abschlusskundgebung vor dem Rathaus blockierten Gegendemonstranten sämtliche Wege zu dem Platz. Deshalb konnten die Teilnehmer erst etwa 40 Minuten nach Ende der Veranstaltung abziehen. Kurz nach 21 Uhr hatten sich beide Demonstrationen aufgelöst.

Der parteilose Oberbürgermeister Martin Horn hatte zuvor zur Besonnenheit aufgerufen. "Ich hoffe, dass die Demonstrationen friedlich bleiben und nicht weitere Gewalt und Hass nach sich ziehen. Es gibt in Freiburg keinen Raum für Straftäter und so furchtbare Straftaten", sagte Horn. Ihm zufolge gebe es keinen Raum für Menschen, die solche grausigen Straftaten politisch instrumentalisierten.

Polizei nahm acht Tatverdächtige fest

Die 18-Jährige soll in der Nacht zum 14. Oktober nach einem Disco-Besuch von mehreren Männern vergewaltigt worden sein. Das Opfer hatte nach eigenen Angaben in einer Diskothek mit einer Freundin gefeiert und von einem unbekannten Mann ein Getränk erhalten. Gegen Mitternacht habe die Frau den Club mit dem Mann verlassen. Vermutlich durch eine unbekannte Substanz in dem Getränk sei sie wehrlos gewesen. In einem nahe gelegenen Gebüsch kam es dann nach Darstellung der Frau zu einem sexuellen Übergriff durch einen der mutmaßlichen Täter. Nach ihm sollen sich auch seine Begleiter an ihr vergangen haben. Eine Polizeisprecherin bestätigte, dass im Blut des Opfers berauschende Mittel nachgewiesen werden konnten.

Die Polizei nahm acht Tatverdächtige fest – sieben Syrer im Alter von 19 bis 29 Jahren und einen 25 Jahre alten Deutschen. An Spekulationen über mögliche weitere Täter beteilige man sich nicht, sagte eine Sprecherin der Polizei. Gegen einen Verdächtigen habe bereits ein Haftbefehl wegen eines anderen Deliktes bestanden, bestätigte das Innenministerium in Stuttgart. Dieser war aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht vollstreckt worden. Dies sei aber zeitnah vorgesehen gewesen.