Die ehemalige österreichische Grünen-Politikerin Sigi Maurer ist wegen übler Nachrede verurteilt worden. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend. Maurer prangerte nach obszönen Nachrichten über sexuelle Belästigung an. Sie habe sich nicht anders zu wehren gewusst, als das in sozialen Netzwerken publik zu machen. Doch der Mann, den Maurer beschuldigt, streitet alles ab und verklagte die Frau. Ein Richter in Wien hat ihm nun Recht gegeben und die 33-Jährige schuldig gesprochen.

Laut der österreichischen Zeitung Der Standard sagte der Richter in seiner Urteilsbegründung, er sei zwar überzeugt, dass der Kläger lüge. Dennoch sei es Maurer nicht gelungen, zu beweisen, dass sämtliche Postings von ihm stammten. Sie hätte vor der Veröffentlichung eine Stellungnahme einholen müssen. "Was Ihnen angetan wurde, und dass das nicht strafbar ist, steht auf einem anderem Blatt", zitiert der Kurier den Richter.

Maurer muss nun eine Geldstrafe von 3.000 Euro bezahlen, dem Bierladenbesitzer 4.000 Euro Entschädigung leisten und die Kosten des Verfahrens ersetzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Ex-Politikerin sieht sich als Opfer. Sie hatte eine Nachricht auf Facebook erhalten, gesendet vom offiziellen Konto eines Craftbeer-Lokals. "Du bist heute bei mir beim Geschäft vorbeigegangen und hast auf meinen Schwanz geguckt, als wolltest du ihn essen", steht in der von ihr veröffentlichten Nachricht. Danach sei es noch obszöner geworden, berichtet unter anderem der Kurier. Der Ladenbesitzer, den Maurer für den Absender hält, sagt, er habe die Nachricht weder geschrieben noch abgeschickt. Möglicherweise habe ein unbekannter Mann sie geschrieben, der alleine im Laden gewesen sei.

Weiter heißt es in der Zeitung, dass der Ladenbesitzer angegeben habe, als Reaktion auf das Posting von Maurer beschimpft und bedroht worden zu sein.

Maurer will gegen das Urteil in Berufung gehen. Auf Twitter kündigte sie an, zur Not auch vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. "Ich werde nicht klein beigeben, wir werden in Berufung gehen und das Geld dafür aufstellen. Es ist völlig eindeutig, dass er es gewesen sein muss", zitiert sie der Kurier.