Der in Deutschland festgenommene Verdächtige im Fall der vergewaltigten und getöteten bulgarischen Journalistin Wiktorija Marinowa hat ein Teilgeständnis abgelegt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Celle gab der 20-Jährige zu, Marinowa angegriffen zu haben. Vergewaltigt und ausgeraubt habe er sie aber nicht. Er habe sie auch nicht töten wollen.

Der Mann habe angegeben, während der Tat unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden zu haben, hieß es. In diesem Zustand sei er in einem Park in der bulgarischen Stadt Russe mit einer Frau in Streit geraten, die er nicht gekannt habe. Weiter soll er ausgesagt haben, ihr ins Gesicht geschlagen und sie ins Gebüsch geworfen zu haben. Eine Tötungsabsicht habe er bestritten.

Der 21-Jährige wurde am Dienstag in Deutschland aufgrund eines Europäischen Haftbefehls festgenommen. Er soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft in den nächsten zehn Tagen ausgeliefert werden. Der Festgenommene erklärte sich laut Gericht mit einem beschleunigten und vereinfachten Auslieferungsverfahren einverstanden.

Der Mann war nach Hinweisen von bulgarischen Behörden von Spezialkräften der deutschen Polizei in einer Wohnung in Stade festgenommen worden. Dort leben Familienangehörige des Mannes. Bei seiner Festnahme leistete er keinen Widerstand.

In Bulgarien muss der Mann mit einer Anklage wegen Mordes und Vergewaltigung rechnen. Ihren Tatverdacht stützen die bulgarischen Behörden auf DNA-Proben. Am Körper der Toten sei DNA-Material des Mannes entdeckt worden, hieß es.