Die Polizei hat ein Protestcamp von Braunkohlegegnern nahe des Hambacher Forstes geräumt. Die Beamten lösten Sitzblockaden von Aktivistinnen auf und trugen Protestierende weg. Etwa ein Drittel der etwa 100 Aktivisten habe das Camp in Kerpen-Manheim zuvor freiwillig verlassen, sagte eine Sprecherin der Polizei Aachen. Größeren Widerstand gegen die Räumung habe es nicht gegeben.

Nach der Auflösung der Sitzblockaden baute die Polizei die Zelte der Aktivisten ab. Die weitere Sicherung des Geländes soll RWE übernehmen. Zuvor hatte es geheißen, das Zeltcamp sei ohne Zustimmung des Energiekonzerns auf einem RWE-Gelände errichtet worden. RWE hatte Strafantrag gestellt. Den Aktivistinnen drohen Verfahren wegen Hausfriedensbruch. Die Polizeisprecherin betonte, der Aufbau des Camps sei "rechtswidrig" gewesen.

Die Polizei hatte mehrere Hundertschaften zusammengezogen. Den Demonstranten war nach Polizeiangaben angeboten worden, abzuziehen, wenn sie die größeren Zelte des Camps zurücklassen würden, damit sie nicht an anderer Stelle wieder aufgebaut werden könnten.

Die Demonstrantinnen des Aktionsbündnisses Ende Gelände wollen von dem Protestcamp aus neue Aktionen gegen den Kohleabbau starten. Möglich seien Blockaden von Schienen, Zufahrten oder Baggern, um Kraftwerke von der Kohlezufuhr abzuschneiden, hieß es.

Schon vorab hatte es Konflikte um den Standort des Camps gegeben. Die Polizei wies den Demonstranten einen Standort zu, der weiter entfernt vom Hambacher Forst bei Jülich liegt. Das lehnten die Demonstranten ab und zogen vor Gericht, wo sie unterlagen.