Die sogenannte "Hitler-Glocke" im pfälzischen Herxheim am Berg darf im Turm der evangelischen Jakobskirche hängen bleiben. Das Verwaltungsgericht in Neustadt an der Weinstraße wies eine Klage ab, in der ein Bürger jüdischen Glaubens das Entfernen der Glocke gefordert hatte. Das Hängenlassen der Glocke sei keine Verhöhnung von Jüdinnen und Juden, urteilte das Gericht.

Die Glocke hängt seit 1934 in dem Turm der Kirche. Sie ist mit einem Hakenkreuz und der Aufschrift "Alles fuer's Vaterland - Adolf Hitler" versehen. Auch nach Bekanntwerden der Zeile hatte der Herxheimer Gemeinderat entschieden, die Glocke im Turm zu lassen – "als Anstoß zur Versöhnung und Mahnmal gegen Gewalt und Unrecht".

Dagegen war der Kläger vorgegangen: Er wollte, dass der Gemeinderatsbeschluss als rechtswidrig eingestuft und aufgehoben wird. Der Richter entschied hingegen, dass der Beschluss als "Meinungsäußerung" hinzunehmen sei, zumal die Geschichte der Glocke durch eine Mahntafel erläutert werden solle.

Ebenso abgewiesen wurde der Antrag des Klägers, dem Bürgermeister die Äußerung zu verbieten, das Läuten der Glocke "dient der Versöhnung mit den Opfern der Nazizeit". Auch dabei handele es sich nicht um eine Tatsachenbehauptung, so das Gericht, sondern um eine Meinungsäußerung. Eine solche löse nur dann einen Unterlassungsanspruch aus, wenn sie primär auf eine Herabsetzung ziele. Dies sei hier nicht der Fall. Die Auffassung, die Glocke solle als Anstoß zur Versöhnung dienen, müsse hingenommen werden.

Gegen das Urteil kann Berufung beantragt werden. Die "Hitler-Glocke" und die Entscheidung, sie nicht zu entfernen, hatten für Diskussionen gesorgt. Der Zentralrat der Juden in Deutschland hatte den Beschluss kritisiert.