Der entlassene Direktor der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, geht gegen seine Kündigung vor. Am Berliner Arbeitsgericht ist seine Klage gegen die Gedenkstättenstiftung eingegangen, wie eine Sprecherin bestätigte. Ein Verhandlungstermin stehe noch nicht fest. Auch Knabes bisheriger Stellvertreter habe Klage gegen die Kündigung eingereicht, hieß es weiter.

Knabe war vorgeworfen worden, nicht entschieden genug gegen die sexuelle Belästigung von Frauen durch den Vizedirektor vorgegangen zu sein. Der Stiftungsrat, dessen Vorsitzender der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ist, hatte den langjährigen Direktor deshalb einstimmig von seinen Aufgaben entbunden.

Sowohl Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) als auch Lederer hatten betont, Knabe sei keiner Intrige und keinen ideologischen Erwägungen zum Opfer gefallen. Der frühere Gedenkstättenleiter gilt als ausgesprochener Kritiker der Linken. Grütters schrieb in einer Information für Bundestagsabgeordnete, entscheidend sei das verloren gegangene Vertrauen in Knabes Führungskraft gewesen. Der Stiftungsrat habe den Eindruck gewonnen, dass der Historiker über Jahre Missstände in seinem Haus geduldet und sie durch seinen Führungsstil und sein eigenes Verhalten sogar befördert habe.