Indonesien hat nach dem Erdbeben und dem folgenden Tsunami mit vielen Hundert Toten um internationale Unterstützung gebeten. Die Vereinten Nationen (UN) schätzen, dass auf der indonesischen Insel Sulawesi 191.000 Menschen Nothilfen benötigen. Unter den Betroffenen seien 46.000 Kinder und 14.000 ältere Menschen, teilte das UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha) mit.

Das Ausmaß der Katastrophe ist noch immer nicht klar – die Behörden befürchteten, dass Tausende Menschen gestorben sein könnten. Offiziell wurde die Zahl der Toten am Montag auf 844 angehoben, nachdem die Leichen von 34 Kindern, die an einem Bibelcamp teilgenommen hatten, aus Trümmern geborgen worden waren. Die Zahl beinhaltet nach Angaben des Katastrophenschutzes nur diejenigen, die bereits identifiziert wurden. Bei vielen Toten gelang dies noch nicht.

Die Rettungsarbeiten gestalten sich chaotisch, die Helfer graben zum Teil mit bloßen Händen. Vielerorts gibt es keinen Strom und es fehlt an Treibstoff. Nur nach und nach treffen Geräte ein, mit denen Trümmer beiseitegeschafft werden können. Zudem gelangen die Einsatzkräfte nun erst in die Gebiete, in denen die Serie von Erdbeben besonders heftig war. Der Flughafen von Palu ist mittlerweile wieder geöffnet – allerdings können dort nicht alle erforderlichen Maschinen landen.

Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Für die mehr als 260 Millionen Einwohner sind Erdbeben, Tsunamis und Vulkanausbrüche keine neue Erfahrung. Beim Tsunami an Weihnachten 2004 starben dort mehr als 160.000 Menschen, so viele wie in keinem anderen Land der Region. Insgesamt starben damals in den östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans etwa 230.000 Menschen.